Sachsengespräch: Ministerpräsident Kretschmer in der “Neuen Welt”

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hörte geduldig den Problemen der Bürgerinnen und Bürger zu. Fotos: Judith Hauße

Zwickau. Miteinander reden, sich gegenseitig zuhören und austauschen – in einer offenen Diskussionsrunde sprach Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwochabend mit den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis Zwickau. Gesprächsplattform bot dafür das Konzert- und Ballhaus “Neue Welt” in Zwickau. Etwa 260 Menschen waren der Einladung der Landesregierung gefolgt, um mit dem Ministerpräsidenten sowie weiteren Vertretern des Ministeriums und Staatssekretariats über verschiedene Themen ins Gespräch zu kommen.

Mit dabei waren schließlich unter anderem Integrationsministerin Petra Köpping, Sozialministerin Barbara Klepsch, Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt, Kultusminister Christian Piwarz, Innenminister Roland Wöller, Justizminister Sebastian Gemkow, der Chef der Staatskanzlei und Europaminister Oliver Schenk sowie die Staatssekretäre vom Wirtschaftsministerium Hartmut Mangold, vom Wissenschaftsministerium Uwe Gaul und der Amtschef des Finanzministeriums Dirk Diedrichs, mit denen die Menschen an verschiedenen Thementischen diskutieren konnten. “Das ist Demokratie zum Anfassen”, so der Landrat Dr. Christoph Scheurer zu Beginn des Abends.

Die ca. zweistündige Veranstaltung verlief dabei ohne Zwischenfälle, vielmehr empfanden die Menschen es als eine gute und vor allem lockere Atmosphäre, wie viele danach über den Abend urteilten. Die wohl am häufigsten gestellten Fragen waren aus den Themenbereichen Kriminalität, Asyl und Bildung. Nicht zuletzt kamen dabei ebenso ganz persönliche Probleme der Menschen “auf den Tisch”, denen Kretschmer geduldig zuhörte, aber dennoch an so manch einer Stelle darauf hinweisen musste, dass einige der Angelegenheiten eher mit den Kommunen vor Ort geklärt werden sollten. Aufmunternde Worte gab es dennoch. Unter anderem auch für die Betreiberin der Obdachlosenunterkunft “Zum Regenbogen” im Zwickauer Stadtteil Pölbitz. Sie könne mit ihm reden, sollte sie in ihrer Situation in Zwickau nicht weiterkommen. Ebenso Sozialministerin Barbara Klepsch bot der 58-Jährigen ihre Hilfe an, müsse sich allerdings noch weiter mit der Lage inhaltlich auseinandersetzen.

In Sachen Kriminalität machte Justizminister Sebastian Gemkow deutlich, dass mittweile zwischen Tat und Urteilsverkündung bereits oft schon nur 24 Stunden liegen. Insbesondere in Zwickau sei es, so Gemkow, erst kürzlich zu einigen solcher Urteile gekommen. Bereits zur Eröffnung betonte Kretschmer, die vor Kurzem angewandten beschleunigten Verfahren gegen Kleinkriminelle seien ein enormer Schritt für die sächsische Justiz.  “Wenn die Kriminellen lachen, dann erst haben wir wohl was falsch gemacht”, sagte er.  Zudem wurden im Landkreis mehr Polizisten eingestellt, wie es am Tisch von Innenminister Roland Wöller hies. Insgesamt in 1.000 neue Stellen in den Polizeidirektionen werde investiert. Darüber hinaus sollen auch im Bereich der Feuerwehren mehr Gelder fließen, machte Kretschmer bereits zu Beginn der Veranstaltung Hoffnung.

Zuvor war Kretschmer an diesem Tag im Landkreis unterwegs, wo er sich mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem SSG-Kreisverband Zwickau sowie dem Landrat des Landkreises Zwickau in Callenberg traf, danach ging es weiter nach Waldenburg. Vor Ort informierte sich der Ministerpräsident anschließend über den geplanten Ausbau des Marstalls gegenüber vom Schloss. Dort soll künftig ein Forum für Wissenschaft und Kunst entstehen mit Ausstellungsflächen, einem Forschungsinstitut und einer Bildungseinrichtung. Für den Ausbau hatten sich der Verein „Schlossanlagen Waldenburg“ sowie die Stadt stark gemacht. Das Projekt wird über das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert.

 

 

 

 

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