Sachsenmeyer: Experten

Ich bin nachgewiesenermaßen auf vielen Gebieten ein großer Experte, aber die Experten, die so in der Zeitung zu Wort kommen, sind irgendwie ganz anders als ich. Die sind immer irgendwie total überzeugt von dem, was sie sagen. Aber als echter Experte, wie ich einer bin, weiß man doch, dass man immer alles von verschiedenen Seiten betrachten kann – und muss. Einseitige Betrachtungen sind für echte Experten, wie ich einer bin, echt unter der Gürtellinie!

Mir scheint manchmal, dass solche einseitigen Experten, wie sie meistens in der Presse und im Fernsehen gehäuft auftreten, eine günstige Bankverbindung besitzen, die… – wobei ich natürlich niemandem etwas unterstellen will. Wirklich nicht!

Aber gerade bei den weltbewegenden große Themen wie Klimaschutz und Umweltverschmutzung –

was haben wir da nicht schon an Experten in den letzten Jahren gehört, die eindeutig nachgewiesen haben, dass der Mensch die Klimaveränderungen zu verantworten hat. Dann die andere, etwas kleinere Fraktion mit Donalds Trump an der Spitze, die uns erzählen, dass es ganz normale Schwankungen im Klimageschehen sind, die wir erleben. Schwankungen wie sie schon seit Jahrtausenden immer wieder auftreten. Und alle Experten leben nicht gerade am Rand der Armutsgrenze!

Oder dann die, die den Dieselautos den schwarzen Peter in die Schuhe schieben! Immer wieder und wieder!

Die hundert Lungenärzte, die da kürzlich gesagt haben, dass die ganzen Messungen von Feinstaub und so, dass das alles völlig unsinnig sei; dass Dinge gemessen würden, die für die Menschen gar nicht gefährlich sind; und Feinstaub würde es schon immer geben in der Atmosphäre, sonst könnte es gar keine Regenbildung geben… – die sind schon wieder resonanzlos überstimmt.

Auch Leute, die darauf hinweisen, dass der Dieselmotor wesentlich umweltfreundlicher in der Gesamtbilanz ist, wie der Benziner, hört man kaum.

Und wo bleiben in der Umwelt-Diskussion die Flugzeuge? Die größten und schlimmsten Umweltschädlinge! Und die wachsende Flotte der Kreuzfahrtschiffe?

Gerade kürzlich durfte da wieder so ein Branchenexperte in der Zeitung seine Meinung ausbreiten, dass “es kein zurück zum Diesel” gibt. Nicht zu fassen!

Meint der wirklich, dass die gesamte Dieselflotte, die auf den Autobahnen unterwegs ist – vom Kleintransporter bis zu den Riesenbrummis -, dass die auf Elektromotoren umgerüstet werden können?

Der tut so, als wäre das Dieselproblem nur für die Personenautos relevant! Aber selbst für die Personenautos ist eben der Dieselmotor gar nicht so teuflisch!

Leider bin ich ein Experte, der seine Grenzen kennt. Leider kann ich nicht hinreichend begründen, warum der Dieselmotor der umweltfreundlichere Antrieb, gegenüber dem Benziner oder dem Elektroauto ist. Aber es liegen entsprechende Zahlen und Berechnungen von Wissenschaftlern vor. Die Gesamtenergiebilanz der Elektromobilität sieht so rosig nicht aus. Was an Umweltverschmutzung beim Fahren eingespart wird, wird bei der Energiebereitstellung und Energieerzeugung verschleudert. Das sind doch eigentlich ganz einfache Zusammenhänge. Da muss man wirklich ein sehr großer Experte sein, dass man die ignorieren kann. Man muss nicht nur blind, man muss mit Taubheit geschlagen sein!

Und nochmal was Diesel betrifft – In Deutschland gibt es 43,8 Millionen Autos. 30 Millionen sind Benziner, 15 Millionen Diesel. Dazu kommen aber 8 Millionen LKW und andere Nutzfahrzeuge mit Dieselantrieb. Mit Benzinmotoren gibt es nur wenige LKWs und Nutzfahrzeuge.

Also, ganz grob – es gibt doppelt zwar soviel Diesel-PKWs wie Diesel-Nutzfahrzeuge, aber wer verbraucht wohl mehr Dieselkraftstoff?

PKWs stehen doch hauptsächlich herum und haben einen relativ geringen Verbrauch. Nutzfahrzeuge rollen jeden Tag beinahe rund um die Uhr und haben einen hohen Verbrauch. Sowas könnten sich echte Experten wirklich genau ausrechen. Und dann würden sie darauf kommen, dass das Problem nicht die Diesel-PKWs sind. Jedenfalls nicht unter dem Umweltaspekt.

Eduard Sachsenmeyer

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