Sachsenmeyer: Frauentag – 8.März

Wir haben heutzutage für die Frauen, also für das weibliche Geschlecht unter den Leuten zwei Gedenktage – den Frauentag und den Muttertag! Der Frauentag, oder internationaler Frauentag ist immer am 8.März. Das war schon zu früheren Zeiten so. Da wurden übrigens die Frauen in den volkseigenen Betreiben von den Männern verwöhnt und bekamen Blumen geschenkt.

Muttertag ist immer am zweiten Sonntag im Mai. Beide Tage sind keine Feiertage, sondern Tage wie zum Beispiel der ‘Tag des Artenschutzes’ oder ‘Tag der ‘Erdnussbutter-Liebhaber’. Der 8.März ist übrigens gleichzeitig auch der ‘Zieh-dich-raus-Tag’ – ich betone ‘raus’ und nicht ‘aus’! – und der ‘Tag des Korrekturlesens’. Der Muttertag fällt in diesem Jahr zusammen mit dem ‘Tag der Gurke’ und dem ‘Minigolftag’.

Es gibt übrigens immer am 19.Novemebr auch einen ‘internationalen Männertag’, sagt ‘Wikipedia’, von dem man aber bisher noch nicht viel gehört hat. Wahrscheinlich wird er durch die am gleichen Tag stattfindenden ‘Welttoilettentag’ und ‘Spiel-Dudelsack-Tag’ überlagert.
Ich kenne seit meiner Kindheit den Vatertag. Der Vatertag ist der 1.August, weil der Vater in der Familie der erste August ist, sagte meine Vater immer.

Der Vollständigkeit halber muss ich nun auch noch den Himmelfahrtstag nennen, der gemeinhin als Männertag gilt und auch als solcher gefeiert wird. Weitestgehend ohne Frauen!

Der Männertag fällt in diesem Jahr auf den 30.Mai, auf den auch der ‘Ein-Loch-ist-im-Eimer-Tag’ und der ‘Gieß-eine-Blume-Tag’ fallen.
Beim Frauentag geht es immer um die Rechte der Frauen in der Welt. Beim Muttertag geht es um die Rolle der Frau als Mutter, also als Gebärende, als Kinderproduzentin. Beim Vatertag geht es um ein ordentliches Besäufnis.

Wobei der weltweite und zähe Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und die ganze Genderbewegung in der Gesellschaft nun schon dahin geführt haben, dass auch am Himmelfahrtstag besoffene Frauenhorden – oder Frauinnen-Horden – durch den erwachenden Frühling ziehen und hinter Büsche und Bäume pinkeln und kotzen. Das Bier muss schließlich irgendwo wieder raus! Ob nun oben oder unten, ob im Stehen oder Sitzen… – egal!

Ein weiterer großer Sieg der Frauenbewegung wird übrigens auch in der Medienpräsenz von Frauen deutlich. Auch ohne irgendeine Quotenregelung übersteigt die Zahl der Frauen in ausgewählten Positionen – vornehmlich im horizontalen Bereich – die Zahl der Männer um ein Tausendfaches. Das Geschlecht der Frau hat sich dank des Internets und der allgemeinen Digitalisierung gegenüber dem männlichen global eine dominierende Rolle erobert.

Trotz dieser einseitigen Dominanz ist die Gemengelage auf dem Geschlechtersektor höchst unübersichtlich geworden. Eigentlich ist auch die Unterscheidung der Tage nach dem althergekommenen Geschlechtermuster abzulehnen. Statt Frauen und Männertag sollte es wie bei den Toiletten vielleicht besser einen ‘Alle-Geschlechter-Tag’ oder ‘Jedwedengeschlechts-Tag’ oder sowas geben? Wie bei Toiletten – die heißen ja übrigens ‘Unisex-Toiletten’! Also wäre vielleicht ‘Unisex-Tag’ ein passender Name?

Namen bei denen man nicht merkt, was der Träger des Namens für ein Geschlechtsgenosse, bzw. für eine Geschlechtsgenossin ist, heißen ja auch ‘Unisex-Namen’. ‘Unisex-Namen’ sind beispielsweise Alex, Kim oder Tracy. Moderne Eltern, die ihren Kindern nicht vorschreiben wollen, welche Geschlechterrolle sie einmal im Leben gern ausfüllen möchten, geben ihren Sprösslingen solche unverbindlichen Namen. Nein, Detlef ist dann schon wieder ziemlich verbindlich!

Bei ‘Detlef’ werde ich allerdings an den ‘Christopher-Street-Day’ erinnert. Das ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Der Termin ist dieses Jahr der 27.Juli. Es ist sinnigerweise gleichzeitig der ‘Geh-mit-deiner-Hose-spazieren-Tag’ und der ‘Unterhalte-Dich-im-Fahrstuhl-Tag’.

Aber eigentlich wollte ich nur daran erinnern, dass am Freitag der 8.März ist, an dem man als Mann seiner Frau als Zeichen von Sympathie und Zuneigung vielleicht mal ein Kuss auf die Backe geben sollte. Also… – bloß mal als Anregung!

Eduard Sachsenmeyer

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