Sachsenmeyer: Welt retten

Und wieder haben Kinder in 160 Ländern am vorigen Freitag die Schule geschwänzt! Fridays für Futur! Alleine in Deutschland über 1,4 Millionen! Diese Greta Thunberg scheint wirklich ein globalisierter Rattenfänger von Hameln zu sein. Bloß eben weiblich und autistisch. Alle rennen ihr hinterher. Wobei es sich nicht um Ratten und Mäuse handelt, die da hinterherrennen, sondern eben wie beim Rattenfänger auch um Kinder.

Gut, dass die Kinder freitags die Schule verschonen, das entlastet die Lehrerschaft! Schließlich fehlen bei uns massenhaft qualifizierte Lehrer an den Schulen. Deshalb sind ja auch Lehrer die Berufsgruppe, die am häufigsten von allen Berufsgruppen von “Burnout” betroffen wird.

Quereinsteiger sollen Abhilfe schaffen. Aber so ein zusätzlicher freier Tag, ist sicher für die Gesundheit der Lehrer und Quereinsteiger äußerst hilfreich und könnte helfen, deren Widerstandskräfte zu stärken!

Ja, mal einen zusätzlichen Tag ohne den Stress mit diesen ewigen Plagegeistern zu haben, sollten wir der Lehrerschaft gönnen!

Was die schwänzenden Kinder betrifft – naja, da ist sowieso Hopfen und Malz verloren! Eine bekannte Studie eines nicht genannt sein wollenden Forschungsinstitutes hat die Erkenntnis gebracht, dass das durchschnittliche deutsche Schulkind fünf Kilo Übergewicht hat, eine Allgemeinbildung wie zwei Eimer Sand besitzt und auf hundert Metern zwei Minuten zu langsam rennt.

Ob die nun freitags noch in die Schule kommen oder nicht… – was solls?

Vielleicht ist ja sogar die Bewegung an freier Luft im Zusammenhang mit Rumbrüllen und Schwenken von Transparenten ein kleiner Beitrag zur körperlichen Ertüchtigung der Kinder?

Immerhin haben aber die aufmüpfigen Kinder am Nerv der Zeit genagt. Und vor allem an den Nerven der Politiker. Wenn die Politiker der großen Volksparteien schon seit geraumer Zeit neidvoll auf die Grünen geschaut haben, die mit ihrem zentralen Thema des Umweltschutzes bei den Wahlen immer besser abschneiden, dann haben sie durch die Aktionen der Kinder erkannt, dass man ohne die Umwelt schützen und das Klima retten zu wollen, zukünftig keine Wahl mehr gewinnen kann.

Man muss als Politiker den Wählern den Eindruck vermitteln, man sei für die Umwelt und könne was zu ihrem Gutem tun! Man muss die Wähler etwas beschummeln!

Nicht, dass es einen Politiker gäbe, der die Umwelt schädigen will, nein! – aber es herrschte eben lange die Meinung vor, man müsse mit dem Thema vernünftig umgehen. Das Mögliche tun, und das Unmögliche zwar erhoffen, aber nicht beschwören und versprechen.

Zum Beispiel Rettung des brasilianischen Regenwaldes! Oder  Schutz der Tierarten! Schutz der Eismassen in der Arktis und Antarktis! Begrenzung des Bevölkerungswachstums in Afrika! Schutz der Weltmeere vor Überfischung und Plastikmüll!

Nun, die Kinder meinen es ja nicht böse. Für den Klimaschutz auf die Straße gehen, das ist ja fast so schön, wie für den Frieden kämpfen, wenn die Kriege weit weg sind. Oder gegen den Hunger in der Welt, wenn man anschließend zu McDonalds gehen und einen Big Mac essen kann.

Das Klimapaket, was nun die Regierung in Berlin geschnürt hat, trägt zweifelsohne im Absender auch die Aktion der Kinder  – Fridays für Futur!

54 Milliarden will die Bundesregierung für den Klimaschutz bereitstellen. Hauptsächlich wird dem CO2 der Kampf angesagt.

Nun sag einer, dass der Volkswille die Politik nicht interessiert! Man tut doch wirklich alles, um den Anschein zu erwecken, man könne etwas gegen die bevorstehende Klimakatastrophe tun. Erneuerbare Energien, Elektroautos, Bahnfahren… – dabei wird auf den Volkswillen reagiert. Ob es was nützt?

Was wirklich richtig nützen würde, weiß ja der Volkswille auch nicht. Der Volkswille ist vor allem dagegen! Und es immer schön, wenn der Volkswille etwas findet, wo er so übereinstimmend dagegen sein kann!

Und letzten Endes – was die Erde wirklich vor der endgültigen Vernutzung bewahren kann, das will ja auch keiner wissen. Denn das wäre das Ende der Konsumgesellschaft. Man müsste, die Ressourcen der Erde auf die rund 8 Milliarden Menschen gerecht verteilen, damit jeder einen Anteil zum Leben erhält. Wenn anderseits die Wirtschaft weiterhin erfolgreich versucht, auch dem letzten der Mohikaner mit einem Auto auszurüsten – egal ob Diesel oder E-Auto! – reicht es eben nicht. Da ist die Erde drei Nummern zu klein!

Irgendwer hat mal gesagt, die Menschheit ist erst gerettet, wenn sie den Weg zu Sternen gefunden hat. Naja, immerhin sind wir bald auf dem Mars.

Eduard Sachsenmeyer

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