Saisonstart für den FCE

Auch Aues Cheftrainer Pavel Dotchev fiebert dem Start der neuen Saison entgegen. Foto: Birgit Hiemer

Auch Aues Cheftrainer Pavel Dotchev fiebert dem Start der neuen Saison entgegen. Foto: Birgit Hiemer

Aue.  Am 30. Juli ist Saisonstart für den FC Erzgebirge Aue. Das Stadion öffnet 12 Uhr. Es gibt abwechslungsreiche Stände der Sponsoren. Außerdem werden die Gaststätte „Stadionblick“ und die neue Stehplatz-Tribühne eröffnet und das neue LED-Bandensystems eingeweiht. Das Internat lädt von 12 bis 14.30 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Nach dem Spiel gegen Waldhof Mannheim, gegen 17 Uhr, gibt es eine Ansprache der Vereinsführung, werden die Neuzugänge und die neue Spielkleidung vorgestellt. Im Anschluss folgt eine Autogrammstunde. Das Ende ist für 19.30 Uhr geplant. Wegen des Freundschaftsspiels wird ein Eintrittsgeld von 5 Euro (ab 16 Jahre) erhoben.

Das sagt Pavel Dotchev zum Saisonstart

Vor allem ein Name steht für die sportlich so erfolgreiche Aufstiegssaison der Veilchen: der von Cheftrainer Pavel Dotchev. In bloß einem Jahr führte der einstige bulgarische Nationalspieler und Bundesligaprofi den Verein in die 2. Bundesliga. Vorm Saisonstart sprach Olaf Seifert mit dem 50-Jährigen.

Sie kamen im Juni 2015 ins Erzgebirge, wie haben sie das Jahr empfunden?

Gefühlt war es nur ein Monat, so schnell ist die Zeit geflogen. Kein Wunder, wenn du von null auf hundert tourst – am Anfang hatten wir keine Mannschaft und am Ende steigst du auf. Es war nie Zeit, zurück zu blicken, jetzt erst merke ich, wie intensiv und schön es war.

Wie heißt das Erfolgsrezept?

Die Mannschaft, ihr Charakter ist der entscheidende Faktor. Mit dem Aufstieg haben die Jungs sich für ihre Arbeit belohnt und die kleine Sensation geschafft. Jeder Einzelne hat sich weiterentwickelt. Nicht nur die Jungen, sondern auch gestandene Profis wie Christian Tiffert. Man sollte meinen, der hat alles erlebt, hat fußballerisch alles drauf. Aber er ist immer stärker geworden, immer mehr in die Führungsrolle rein gewachsen. Und man sieht anhand der Tabellenkurve im Lauf der Saison sehr schön, wie die Mannschaftsleistung besser und besser geworden ist.

Trainer sind bekanntlich immer kritisch, was lief noch nicht nach Wunsch?

Was soll ich denn meckern, wenn alle ans Limit gehen? Die Spieler sind abgeschossen wie ein Trabi mit 180 auf der Autobahn. Keine Kritik, einfach nur Respekt.

Was mich ärgerte ist, wenn uns von außen eine zu defensive Rolle vorgehalten wurde. Ja, wir haben in der Hinrunde zwar hinten nichts zugelassen, aber noch zu wenige Tore erzielt. Aber Aue hat nicht gemauert, sondern immer auf Sieg gespielt. Du darfst einen Stürmer nie nur an Toren messen, sondern musst auch sehen, wie viel „Drecksarbeit“ zum Beispiel ein Max Wegner jedes Mal leistet. Natürlich war Pascal Köpke dann ein Glück, aber der alleine hat es in der Rückrunde nicht richten können, sondern nur das Team.

Wie bewerten Sie die bisherige Saisonvorbereitung?

Sie war diesmal besonders lang und wir haben die Jungs nicht vom ersten Tag an gepusht, sondern die Zeit so eingeteilt, dass Lust und Spaß am Fußball immer da waren. Deshalb die Pause nach der ersten Trainingswoche und viele Testspiele gegen sogenannte leichte Gegner. Entscheidend ist, dass du jetzt in der Liga und im Pokal auf den Punkt fit bist.

Stichwort „leichte Gegner“, was bringen solche Spiele?

Treffer und Siege schaffen Selbstbewusstsein, Erfolgserlebnisse. Ich sehe, wie Automatismen und das Zusammenspiel stetig besser werden. Wenn die Einstellung nicht stimmt, schießt man auch keine 20 Tore in einem Spiel. Das sind zwei pro Minute, das machst du nicht so leicht und locker. In solchen

Was war für die Wahl der neuen Zugänge ausschlaggebend?

Einerseits den Kern der erfolgreichen Mannschaft erhalten und die Ordnung nicht zerstören, zum anderen aber eine gesunde Konkurrenz schaffen und den Kader so ergänzen, dass jede Position in hoher Qualität mindestens doppelt besetzt ist. Wir haben etlichen guten Spielern abgesagt, weil sie nicht perfekt passten. Und Stars wollen wir nicht. Wir werden den Neuen aber Zeit lassen und haben die Trainingspläne entsprechend individuell formuliert. Die Jungs sollen ihre Denkweise der unseren anpassen und mancher muss auch bei der körperliche Fitness aufholen.

Wo liegen die Stärken der Verstärkungen? Beginnen wir mit Clemens Fandrich.

… der ja ein guter Bekannter in Aue ist, bei den Fans einen guten Stand hat. Seine Qualität hat der Mittelfeldspieler in Leipzig, Luzern und eben in Aue unter Beweis gestellt. Er identifiziert sich mit unserem Verein und kehrt gerne nach Hause zurück.

Dann die Angreifer Martin Toshev und Dimitrij Nazarov.

Uns fehlte im Vorjahr der klassische Stoßstürmer, Martin ist einer. Er schießt aus jeder Lage.

Dimitrij wurde kurzfristig verpflichtet, um Max Wegner, der wohl die ganze Hinrunde wegen einer Knieverletzung ausfällt, zu ersetzen. Ihn kenne ich noch als Schlüsselspieler in Münster. Er ist zweitligaerfahren und sportlich wie charakterlich ein Gewinn. Das klingt jetzt gewagt, aber irgendwie erinnert mich der E-Karlsruher an Bayerns Thomas Müller. Vom Typ her und wie er Überraschungsmomente nutzt.

Fehlen Fabio Kaufmann, Fabian Kalig, Sören Bertram und Keeper Maik Ebersbach.

Kaufmann ist ein interessanter junger Mann. Flexibel und mit 23 schon ziemlich erfahren. In Cottbus hat er letzte Saison alle Spiele gemacht, muss also drei verschiedene Trainer überzeugt haben. Er besitzt Zweitligapraxis, ist dynamisch, belastbar und bei nur einsachtzig sind seine Kopfbälle nicht ohne.

Fabio Kalig war Kapitän bei der Zweiten von Mainz 05, da braucht man über die Qualität nicht mehr viel sagen. Ein solider Innenverteidiger, der nie laut ist und dennoch alles für einen Führungsspieler mitbringt. Für Sören ist die erneute Verletzung jetzt bitter, aber ich vertraue auf seine Klasse. Die hat er der beim HSV ausgebildete Mittelfeldmann beim FC Augsburg, in Bochum und Halle schon angedeutet. Bei uns bekommt er die Zeit und Hilfe, die er braucht.

Maik Eberbach war Leistungsträger beim Viertligisten VfB Auerbach, ist verwurzelt in der Region und als Torwart voll im Saft. Einer, auf den wir jederzeit zählen können.

Am Sonntag geht’s los beim alten Rivalen in Heidenheim, wohin zeigt die Kompassnadel?

Jeder Punkt zählt, ist doch klar. Wir werden beim 1. FCH mutig auftreten, wollen unser Spiel durchsetzen und nicht auf Außenseiter machen. Frech, offensiv, breite Brust raus! Aber jede weiß hoffentlich, dass wir in der 2. Liga Rückschläge wegstecken müssen, dann müssen alle im Umfeld zusammenstehen. Ziel ist, uns in der Liga zu etablieren und als „Botschafter des Erzgebirges“ positive Schlagzeilen zu liefern. Wenn gleich in den Auftaktspielen, dann umso besser.

Und wie hat sich Pavel Dotchev bei uns eingelebt?

Ich fühle mich wohl wie nirgends zuvor. Dabei habe ich an alle Stationen vorher positive Erinnerungen, aber Aue ist mein kleines St. Pauli: familiär, mit fantastischen Fans, dem wunderbaren Umfeld und jetzt diesem tollen Stadion, das jeden Tag wächst. So viele Fanclubs und Veranstaltungen gibt es in diesem Verein! Wo steigst du ab und hast danach Tausende neue Mitglieder? Die Veilchen fliegen mit hunderten Sponsoren und Anhängern ins Trainingslager, bei Wehen Wiesbaden waren zwei, drei Leute mit in der Türkei – das ist Aue!

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