Saugroboter im Härtetest

Saugroboter sind kleine Helfer im Haushalt. Foto: pexels

In einer Zeit, in der die Work-Life-Balance immer wichtiger wird, suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, ungeliebte Tätigkeiten auszulagern und stattdessen die Zeit für Hobbies, Familie oder zur Entspannung zu nutzen. Der technische Fortschritt ermöglicht es, sich auch für die Hausarbeit nützliche Geräte anzuschaffen, die einen Teil der anfallenden Arbeit erledigen.

Besonders Saugroboter sind hier auf dem Vormarsch. Dabei sind Geräte, die sowohl saugen als auch wischen können, besonders gefragt. Doch wie ist der aktuelle technische Stand dieser Haushaltshelfer einzuordnen? Sind diese tatsächlich in der Lage, autonom und gründlich genug zu arbeiten? Wie sieht es mit der Datenschutzproblematik aus? Stiftung Warentest hat verschiedene Modelle auf Herz und Nieren getestet und kam dabei zu enttäuschenden Resultaten.

Obwohl sich die Geräte qualitativ mittlerweile deutlich von den Anfängermodellen abheben, konnte kein einziger Roboter die an ihn gestellten Herausforderungen zufriedenstellend meistern. Selbst die besten Modelle erzielten lediglich durchschnittliche Testergebnisse. An autonomes Arbeiten sei aktuell noch nicht zu denken – zumindest dann nicht, wenn Gründlichkeit und Sauberkeit als Maßstab gelten sollen. Viel zu häufig konnten nicht alle Flecken ohne Rückstände bereinigt werden. Auch Staubrückstände waren immer wieder zu beobachten. Ein manuelles Nacharbeiten der zu reinigenden Flächen ist noch immer notwendig. So können die Roboter derzeit bestenfalls als unterstützende Helfer bezeichnet werden, die in bestimmten Bereichen Vorarbeit leisten.

Mittlerweile gibt es zwar Geräte, die auch dem kleinen Geldbeutel entgegenkommen, jedoch sind hier häufig haarsträubende Saugergebnisse zu erwarten. Hochpreisigere Modelle können zwar die meisten Tücken im Haushalt umschiffen, jedoch bleiben bestimmte Probleme bestehen, die immer wieder Zeit und Nerven kosten. So stellen herumliegende Gegenstände oder nur halb befestigte Teile der Wohnungseinrichtung wie Kabel oder Gardinen die Geräte immer wieder vor Probleme. Schäden an der Einrichtung oder am Roboter selbst sind dadurch keine Seltenheit. Es ist daher stets für ein Umfeld zu sorgen, in dem sich der Roboter ungehindert bewegen kann, ohne auf kleine und große Hindernisse zu stoßen.

Weitere Probleme sind verwinkelte Grundrisse, die die Orientierung vieler Geräte behindern. Besonders die günstigen Roboter ohne Laser-Navigation weisen hier teils katastrophale Resultate auf. Zudem bringen verschiedene Arten von Verschmutzungen wie z.B. festgetrockeneter Dreck oder matschige und flüssige Konsistenzen die Geräte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Auch lange Haare oder Fasern erwiesen sich in dem Test häufig als Störfaktor, da sich diese regelmäßig um die Bürstenaufsätze des Roboters wickeln.

Darüber hinaus steht wie bei vielen Smart-Home-Geräten auch die Problematik des Datenschutzes im Raum. Auch hier weisen viele Modelle teilweise erhebliche Sicherheitslücken auf. Besonders die hochpreisigen Topmodelle, deren Funktion von genauer Kartographierung der Wohnung abhängt, sind hier zu nennen. Dadurch dass bei diesen Geräten eine ständige Kommunikation zu den Servern der Hersteller und weiteren Diensten herrscht, gelten diese als mögliches Einfallstor in die Privatsphäre der Nutzer. Auch die Steuerung über eine App auf dem Smartphone birgt zusätzliche Gefahren, da für besonders sensible Daten kein ausreichender Schutz besteht. Insbesondere bei Modellen aus Fernost wird die Datenschutzthematik häufig vernachlässigt.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass ein Saugroboter sicher keine Wunderwaffe im Haushalt ist. Der Tenor der Studie besagt eindeutig, dass es sich lohnt, auf technische Weiterentwicklungen der Geräte zu setzen und aktuell mit dem Kauf noch zu warten.

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