Schacht für 3,5 Mio saniert

Blick in den St.-Johannes-Erbstollen kurz vor Abschluss der Sanierung. Foto: Sächsisches Oberbergamt

Länger gebaut als gedacht!

Erla-Crandorf. Die seit Juni 2016 dauernden Sanierungsarbeiten am St.-Johannes-Erbstollen sind abgeschlossen. Zur Baustelleneröffnung waren ursprünglich 18 Monate Bauzeit geplant.
Vor Ort waren die Bedingungen, die sich aus den angetroffenen geotechnischen und altbergbaulichen Verhältnissen ergaben jedoch unbekannt, weshalb sich die Bauzeit mit etwas mehr als drei Jahren beträchtlich verlängerte.
Die Abnahme erfolgte durch das Sächsische Oberbergamt mit dem ausführenden Unternehmen BsS Bergsicherung Sachsen GmbH aus Schneeberg und dem begleitenden Ingenieurbüro Taberg Ost GmbH. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf insgesamt 3,55 Mio. Euro. Dabei sind 620 Meter Stollen beräumt, entschlammt und teilweise gesichert worden. Die Realisierung des Vorhabens fand über fünf vertikale Angriffspunkte statt:
+ Mundlochbereich des St.-Johannes-Erbstollen (Straße »Am Rothenberg« nahe des Gasthofes »Zur Eisenhütte«)
+ 1. Heinzenbinger-Kunstschacht (an der Karlsbader Straße)
+ 2. Heinzenbinger-Kunstschacht (zwischen der Karlsbader und der »Am Rothenberger« Straße)
+ St.-Johannes-Neuer-Kunstschacht (Ecke »Am Rothenberg« Straße und Crandorfer Straße)
+ St.-Johannes-Fundschacht (im Bereich der Crandorfer Straße gegenüber des 4. Angriffspunktes).
Die vier ehemals betriebenen Schächte mit Teufen zwischen 18 und 37 Metern sind als Zugänge zum Stollen aufgewältigt worden. So gelang es den historischen Stollen zu sanieren, damit dieser seiner grundsätzlichen Funktion als Wasserlösestollen gerecht wird.
Zudem fand der 1. Heinzenbinger-Schacht wieder Anschluss an die Rösche. Diese dient der Wasserableitung im unteren Bereich des Stollens. Sie ist ebenfalls bei der Sanierung auf etwa 100 Meter Länge erneuert und wieder hergestellt und somit natürlich in die Vorflut, das Schwarzwasser, übergeleitet worden.
Daneben fand eine Beräumung von abgelagerten Sedimenten an der Einleitstelle im Flussbett statt. Am Projektende kam es zur ordnungsgemäßen Verwahrung und Sicherstellung der Schächte. Damit ist das Projektziel erreicht und die Grubenwässer können wieder ungehindert abfließen.
Aus dem EFRE-Vorhaben »Prävention von Risiken des Altbergbaus« stehen dem Oberbergamt insgesamt 50 Mio. Euro im Zeitraum von 2014 bis 2023 zur Verfügung.

Der • Heinzenbinger-Kunstschacht mit der Rösche (blaues Rohr) zum Vorfluter, kurz vor dem Verschluss. Foto: Sächsisches Oberbergamt

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