Schluss mit dem Rasenmäher-Massaker!

Summ, summ, summ – Rasenmäher bleiben stumm! Jedenfalls, wenn es nach den GRÜNEN ginge. Sie fordern am Tag der Bienen mehr Wildwuchs. Foto: pixabay.com

Gepflegte Gärten? Pusteblume!

Von Sven Günther

Region. Englischer Rasen? Getrimmte Halme? Exakte Graskanten? Es war einmal – wenn es nach den GRÜNEN ginge. Sie fordern: Schluss mit dem Rasenmäher-Massaker! Stoppt das Nektar-Vergießen! Kein Löwenzahn soll mehr ohne Not vom kalten Stahl des Sichelmessers geköpft werden. Gepflegte Gärten? Pusteblume!

Der Hintergrund ist ein ernster: „Allein im letzten Winter starben laut einer Umfrage des Deutschen Imkerbundes ca. 14 Prozent aller Bienenvölker in Deutschland“, so Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN am Welttag der Bienen (20. Mai)!

Den meisten Menschen sei die große Bedeutung der kleinen Tiere bewusst. Auch die Tatsache, dass die vielfältigen Gefährdungen durch Klimawandel und Ackergifte minimiert werden müsste, wäre hinlänglich bekannt.

Ulrike Kahl: „Doch in der Praxis bemühen wir uns oft zu wenig um die Belange der Bienen. Kaum schießt das erste üppige Frühlingsgrün mitsamt dem blühenden Löwenzahn aus dem Boden, greifen kommunale Mähtrupps, aber auch private Gartenbesitzer zur Mähtechnik und vernichten diese Bienenparadiese. Der Futtertisch wird jählings entleert – mit harten Folgen für die Bienen. Deshalb müssen wir uns klarmachen: Wer weniger mäht und den Rasenmäher im Schuppen lässt, leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.“

Ihr Forderung für das Insektenwohl: „Mit einer Mahd im Juni und einer weiteren im September kann sich eine gewisse Artenvielfalt entwickeln.“

Aber nicht nur Kleingärtners Mäher soll im Schuppen bleiben. Die GRÜNEN-Kreisrätin sieht auch an den Straßenränder Wucherungsmöglichkeiten.

Ulrike Kahl: „Einleuchtend ist, dass dabei sowohl Verkehrssicherheit als auch die Ziele des Naturschutzes beachtet werden müssen. Es empfiehlt sich daher, einen Intensivbereich zu definieren, der häufiger gepflegt wird und des Weiteren einen großzügigen Extensivbereich festzulegen.“

Letzter sollt nur in großen Abständen gemäht werden, weil er für Bienen und andere Insekten besonders wertvoll sei. Die Landkreisbehörden sollten die Pflegepläne entsprechend anpassen.

Die Politikerin: „Zu oft hat man leider noch den Eindruck, dass die Grünflächenpflege von einem regelrechten Mäh-Wettbewerb angetrieben wird, der für den Erhalt der Artenvielfalt, auch der Bienen, jedoch kontraproduktiv wirkt. Beim Mähen ist also Zurückhaltung geboten, weniger ist in diesem Falle mehr!“

Kein Löwenzahn soll mehr ohne Not vom kalten Stahl des Sichelmessers geköpft werden. Foto: pixabay.com

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