Schneeberger Turnhalle wird Notunterkunft

THW, DRK und Bürgermeister organisierten die Unterbringung. Foto: Uwe Zenker

THW, DRK und Bürgermeister organisierten die Unterbringung.
Foto: Uwe Zenker

Von Sven Günther
Schneeberg. Es dauerte nur wenige Stunden, bis sich der Verwendungszweck der Turnhalle auf dem Gelände der Jägerkaserne in Schneeberg änderte. Nachmittags waren 100 Polizeischüler begrüßt worden, die hier ihre Ausbildung beginnen werden.

Am frühen Abend rückten THW und DRK an, legten Matten aus der Erzgebirgshalle in Lößnitz aus und organisierten die Unterbringung von rund 200 Asylbewerbern. Bis 3.11 Uhr dauerte die Einquartierung der Menschen, die nach ersten Angaben mit den Zügen aus Ungarn über Bayern ins Erzgebirge gekommen sind.

Ingo Seifert, der neuer Schneeberger Bürgermeister kümmert sich mit den Bürgermeistern Jens Müller (Bad Schlema) und Alexander Troll (Lößnitz) darum, dass die Halle mit Teppichboden ausgelegt wird, um Schäden zu vermeiden. Das THW (Kreisverband Aue-Schwarzenberg und Dippoldiswalde), der DRK Kreisverband Aue-Schwarzenberg koordinierten die Einrichtung der Turnhalle. Die Stadtwerke Schneeberg stellten eine Notbeleuchtung zur Verfügung.

Ingo Seifert: „Ich weiß noch nicht exakt, wie viele Menschen da sind und aus welchen Ländern sie kommen. Wir werden jetzt schnell die weitere Unterstützung der Asylbewerber angehen. Ich habe mit der Schneeberger Ökumene gesprochen, über diese laufen im Zusammenwirken mit den Maltesern die Hilfsangebote und Spendenaufrufe so u. a. die Bitte nach Spielzeug und Plüschtieren.“

Die Landesdirektion teilt mit: „Gegenwärtig werden am Unterbringungsort die erforderliche soziale und medizinische Betreuung, der Wachdienst sowie die Verpflegung für die neu ankommenden Asylbewerber vorbereitet. Betreuer der Asylsuchenden in Schneeberg werden die Malteser Werke sein.“

Die Unterbringung in der Turnhalle ist notwendig, weil die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung bis zum Wochenende ausgeschöpft sein wird. Die Landesdirektion rechnet aber bis zum Beginn der kommenden Woche mit dem Eintreffen von mehreren hundert neuen Asylbewerbern, für die es keinen Platz geben würde.

Sachsen hat in den ersten sieben Monaten des Jahres 14.500 Asylbewerber aufgenommen. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es 4900. Allein im Juli erreichten 4000 Menschen den Freistaat, täglich kommen zwischen 200 und 300 neue Flüchtlinge dazu. Momentan sind in der Erstaufnahmeeinrichtung 7100 Personen untergebracht.

Nach einer neuen Prognose der Landesdirektion (siehe Grafik), rechnet man für Sachsen in diesem Jahr mit 40.800 unterzubringenden Asylbewerbern.

Die Grafik zeigt, wo wie viele Asylbewerber in Sachsen untergebracht werden sollen. Quelle: Landesdirektion Sachsen

Die Grafik zeigt, wo wie viele Asylbewerber in Sachsen untergebracht werden sollen.
Quelle: Landesdirektion Sachsen

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