Schokolade: Tonnenweise süße Versuchungen

Philipp Eckelmann mit selbst gefertigten Köstlichkeiten aus Schokolade. Foto: Cindy Haase

Chemnitz. Sie ist süß, sie ist köstlich und kaum einer kann ihr widerstehen: Schokolade. Rund 99 Sattelschlepper voll sind jedes Jahr nötig, um die süße Lust der Chemnitzer zu stillen. Im Schnitt vertilgt jeder Einwohner 9,5 Kilogramm jährlich laut Statistiken der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – das sind 2.370 Tonnen. Ähnliche Durchschnittswerte werden auch in Mittelsachsen oder dem Landkreis Zwickau erreicht.

„Damit sind wir aber noch nicht Spitzenreiter“, weiß Philipp Eckelmann, der auf dem Chemnitzer Brühl die Manufaktur „Die Schokolade“ betreibt. Im Allgäu, in Berlin oder auch bei den Schweizern sei der Appetit auf Schokolade noch größer. Doch auch die Chemnitzer lieben den Genuss der zartschmelzenden Köstlichkeit.

„Tendenziell mögen  jüngere Leute Vollmilch und weiße Schokolade und ältere eher zartbittere Sorten, aber verallgemeinern lässt sich das natürlich nicht“, weiß Philipp Eckelmann. In seiner Schokoladenmanufaktur haben Interessenten die Möglichkeit, ihre eigenen süßen Vorlieben umzusetzen. „Es ist aber immer eine Kombination aus Wissen und Handwerk“, verdeutlicht er. Ihm gehe es um bewusstes Genießen und nicht um Massenware.

Ein Ansinnen, das auch die NGG unterstützt. Mit Sorge wird dort nämlich der Trend zur Verramschung gesehen, der in vielen Bereichen der Lebensmittelbranche inzwischen zu beobachten ist. Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar, findet Volkmar Heinrich von der NGG Dresden-Chemnitz. Solche Preise erhöhten den Druck auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen.

Prototyp zum Jubiläum: Karl Marx zum Vernaschen.

An die Verbraucher appelliert die NGG daher, nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. „Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können sie damit die heimische Wirtschaft stärken – und beim Essen neben dem Genuss auch noch ein gutes Gewissen haben.“

Darauf setzt auch Philipp Eckelmann. Mit seiner Kollegin Anne Srokos, einer gelernten Konditorin, kümmert sich der gelernte Betriebsiwrt vor allem um individuelle Aufträge von Einzelpersonen oder Unternehmen und besondere Anlässe. Zu diesen zählt auch der 200. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai. Dazu haben die zwei einen Schoko-Nischel-Prototyp entwickelt. Eckelmanns persönlicher Favorit ist aber ein ganz anderer: „Zartbitter-weiß gemischt mit Sauerkirschen, Cashew und Berberitzen. „Schokolade ist nicht gleich Schokolade“, weiß er ohnehin. Wichtig sei vor alle das bewusste Genießen.

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