Schüler nerven Alexander Geißler (SPD)

Alexander Geißler, Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 161 (Mittelsachsen) und Landesliste Platz 9. Foto: SPD

Klartext, Herr Geißler

Region. Der Bundestagswahlkampf tobt. Auf allen Kanälen vertreten die Kandidaten ihre Positionen. Auch der WochenENDspiegel will wissen, wie die Politiker aus Südwestsachsen ticken. Allerdings haben wir uns kompetente Hilfe geholt! Redakteur*Innen von Schülerzeitungen aus Südwestsachsen sind DIE NERVENSÄGEN – und gehen den Kandidaten auf den Geist!
Zehn Fragen wurden mit der Redaktion des WochenENDspiegel ausgearbeitet, an die Parteien geschickt. Fragen die teilweise unbequem, provozierend, frech – ja, vielleicht sogar dreist sind. Wir sind der Meinung: Jugendliche dürfen das, müssen sich nicht an „Political Correctness“ halten. Die Reaktion? Einige Politiker fanden die Fragen wenig sachlich, unterstellend, inkorrekt. Unsere Antwort: Gut so! Ziel erreicht!
Allerdings haben wir uns entschlossen, die Namen der Redakteur*Innen vorerst nicht zu veröffentlichen, um die Jugendlichen nicht einem Shitstorm auszusetzen, der möglicherweise von einigen Anhängern losgetreten wird. Für alle, die sich beklagen möchten, hier meine E-Mail:

Hier antwortet Alexander Geißler, Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 161 (Mittelsachsen) und Landesliste Platz 9.

Welche Projekte möchten Sie in Ihrem Wahlkreis unbedingt umsetzen, was tun Sie konkret für unsere Zukunft oder halten Sie nur wohlklingende Reden?

Ich will nach der Legislaturperiode mindestens drei konkrete Projekte vorweisen können, an denen ich aktiv mitgearbeitet habe. Es muss Verwaltungsvereinfachungen geben, damit die Städte einfacher und schneller dringende Dinge umsetzen können. Egal, ob es ein Radwegebau ist, die Renovierung einer Straße oder der Bau einer neuen Turnhalle ist. Ich will im Ausschuss für Recht- und Verbraucherschutz arbeiten und dort dafür sorgen, dass Gesetze vereinfacht werden und im Gesetzgebungsprozess festgelegt wird, wer etwas umzusetzen hat. Die Zukunft muss auch digitaler werden. Ich will, dass Schulen einen digitalen Unterricht anbieten können, in dem Kompetenzen vermitteln werden, die im späteren Leben helfen.

Weshalb ist die Politik für viele Schüler völlig uninteressant?

Das glaube ich nicht. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es in den Schulen mehr politische Bildung braucht. Ein Gemeinschaftskundeunterricht mit zwei Wochenstunden, den man zudem auch noch abwählen kann, reicht nicht. In der Schule sollte beispielsweise ein Parlament im Kleinen nachgespielt werden, um zu erlernen, wie Demokratie funktioniert. Jeder Stadtrat braucht auch einen Jugendbeirat, damit Themen von Schülern, Kindern und Jugendlichen lauter werden. Das Wahlalter ab 16 Jahren sorgt auch dafür, dass die Politik sich mit jungen Themen beschäftigen wird, da potenzielle Wähler angesprochen werden können.

Unsere Rüstungsindustrie spielt in der Champions League, die Bildung in der Kreisklasse. Warum haben Sie das zugelassen?

Ich habe das nicht zugelassen.

Bekommen Politiker zu wenig Geld? In der Wirtschaft kann das ein Vielfaches verdient werden, was auch den Schluss zulässt, dass die wirklich schlauen Köpfe des Landes dort zu finden sind…

Ich finde, diese Tatsache lässt diesen Schluss nicht zu.

Ihre Partei hat es fertiggebracht, die Zahl Ihrer Wähler seit der Wende zu halbieren. Es ist der Niedergang der Sozialdemokratie. Wie wollen Sie den Trend umkehren?

Angela Merkel im Kanzleramt beerben.

Wenn Sie 100 Menschen fragen, welchen SPD-Bundespolitiker sie kennen, was glauben Sie, wie viele Namen Sie zu hören bekommen? Selbst das SPD-Programm wird ausschließliche von Kanzlerkandidat Olaf Scholz verkörpert und präsentiert. Warum kennt keiner mehr die Genossen?

Ich denke, man bekommt 31 Namen zuhören.

Im Wahlprogramm von Olaf Scholz steht, dass noch in diesem Jahrzehnt in Führungspositionen genauso viele Frauen wie Männer arbeiten. Wollen Sie das staatlich anordnen und wie wird sich eine „Quoten-Chefin“ fühlen, die dann fachlich kompetentere Untergebene führen soll?

Sie wird sich gut dabei fühlen. Denn nicht nur Männer können „nach unten treten“.

Beim Kindergeld soll der Maßstab gelten: Je größer der Unterstützungsbedarf der Familie, desto höher das Kindergeld. Setzen Sie da nicht ein völlig falsches Signal?

Nein.

Sie wollen pro Jahr 400.000 Wohnungen bauen, von denen 100.000 öffentlich gefördert werden. Woher sollen die Bauarbeiter dafür kommen, wenn doch jetzt schon der Mörtel nicht mehr angerührt wird?

Aus den Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben aus ganz Deutschland.

Jobs in Deiner Region

Facebook