Neujahrsrede: Schuldach und Integration stellen Werdau vor größte Aufgaben

Werdaus Oberbürgermeister Stefan Czarnecki zum Thema Asyl: „Es ist eine Chance, die wir uns noch erarbeiten müssen." Foto: Alice Jagals

Werdaus Oberbürgermeister Stefan Czarnecki zum Thema Asyl: „Es ist eine Chance, die wir uns noch erarbeiten müssen.“ Foto: Alice Jagals

Werdau. Baustellen, Finanzengpässe, Baupfusch – Das Jahr 2015 hatte es in Werdau an manchen Stellen in sich und daraus  machte Oberbürgermeister Stefan Czarnecki in seiner Neujahrsrede auch keinen Hehl. „Egal ob Energie, Personal, Kreisumlage, Gebäudeunterhaltung oder Versicherungen, die laufenden Ausgaben stiegen jährlich kontinuierlich an“, erklärte Oberbürgermeister Stefan Czarnecki die im vergangenen Jahr eingeführte Erhöhung der Gewerbe- und Hundesteuer. Demnach werden künftig die Ausgaben auf den Prüfstand gestellt und Prozesse optimiert werden müssen.

40 Baupmaßnahmen in 2015
Doch wo Geld fließt, entsteht auch etwas: Mit einer Mammuts-Leistung konnten mittlerweile 22 der 49 Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 beseitigt werden. Darunter fallen zahlreiche Brücken, wie die in der Greizer Straße, der Kirchstraße, die Rathausbrücke, die Kirchschulbrücke und einige mehr. Dazu kamen einige hundert Meter Stützwände entlang der Pleiße und des Leubnitzbachs. Mit der 300 Meter langen Stützwand entlang der Turnhallenstraße konnte das mit 1,8 Millionen Euro größte Vorhaben Anfang Dezember planmäßig beendet werden.

Abgeschlossen werden konnte zudem unter anderem neben der Plauenschen Straße der Westtrassen-Abschnitt zwischen Werdau und Crimmitschau. „Entlang der neuen Trasse bleiben aber immer noch verkehrliche Aufgaben zu lösen, bei denen der Freistaat Sachsen unsere Region nicht allein lassen darf“, so Czarnecki und verwies dabei auf die Forderung der Fortführung der Trasse sowie eine bessere Abfahrmöglichkeit im Bereich der Unterführung in Langenhessen, welche viel zu schmal für einen zweispurigen Verkehr ist.

Schuldach bleibt auch 2016 ein Problem
2016 soll der Bau an der Brücke Poststraße und der erste Bauabschnitt der Dorfstraße in Langenhessen begonnen werden. Klar ist auch, dass das Dach der Diesterwegschule, dem mit einem Investitionsvolumen von mittlerweile 5,7 Millionen Euro (Mehrkosten von 800.000 Euro) und damit teuersten Maßnahme, noch einmal eingedeckt werden muss. Wer den Schaden zu tragen hat, wird derzeit gerichtlich geklärt. „Eine nachvollziehbare Erklärung dafür, dass fast ein komplettes Dach wieder entfernt werden muss, gibt es nicht. Wenn ein Fachunternehmen so ein schlechtes Produkt abliefert, dann beschädigt es den Ruf einer ganzen Zunft. Sowas darf nicht passieren!“, so Czarnecki.

Asyl: Möglicher Erfolg basiert auf Ungewissheit
So ist Czarnecki zuversichtlich, was die Integration der Asylbewerber angeht. In Werdau lebten zum Jahresende rund 400  Asylbewerber – untergebracht in einer Gemeinschaftsunterkunft und fast 50 Wohnungen in der gesamten Stadt. In diesem Jahr wird die Anzahl auf 700 prognostiziert. Doch ohne die Hilfe anderer, wie beispielsweise dem Helferkreis in Werdau, dem 80 Ehrenamtliche angehören, oder dem Angebot des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft, sähe das ganz anders aus. Er verglich die Situation mit einem Fußballspiel. „Es ist eine Chance, die wir uns noch erarbeiten müssen, mit zusätzlichen Trainingseinheiten und mit der Ungewissheit, ob unsere Taktik aufgeht, wenn der Vereinschef lediglich die Losung ausgegeben hat: ‚Wir schaffen das.‘“, so das Stadtoberhaupt.

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