Schulsozialarbeiter für alle Schulen

Lisa-Marie Ay (4.v.l.) ist eine von zwei Schulsozialarbeitern in der Pestalozzioberschule in Pölbitz. Sie hat ein großes Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufgebaut. Foto: Alice Jagals

Landkreis. Da hat Landrat Christoph Scheurer (CDU) wohl ein bisschen Panik bekommen? Immer mehr Fragen über die Vorgehensweise der Verteilung der Schulsozialarbeiter in allen Schulen blieben offen. Ein Träger erwog sogar ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht, um feststellen zu lassen, ob die Vergabe von Schulsozialarbeit gestoppt und unter Einbeziehung des JHA wiederholt werden müsse. Zum Verständnis: Bisher förderte der Landkreis nur Schulsozialarbeiter, in dessen Trägerschaft er auch war. Eine Einbeziehung aller Schulen macht nun aber eine neue Richtlinie möglich, die mit dem 1. August 2017 in Kraft tritt.

Die gute Nachricht vorab: Alle Schulen bekommen mit dem neuen Schuljahr einen Schulsozialarbeiter, wenn meist auch nur mit einer drei Viertelsten Besetzung.

Das Landratsamt behalf sich auf WochenENDspiegel-Anfrage mit der Erklärung, man habe doch den Jugendhilfeausschuss am 10. Mai sowie den Kreistag am 14. Juni über den aktuellen Sachstand informiert.

Nun kam potz Blitz die Einladung für eine außerordentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Sie fand an diesem Montag statt. In dieser hatten die Mitglieder des Ausschusses erstmals selbst die Möglichkeit, eine Entscheidung in dieser Sache zu treffen. Und das taten sie auch, zum Wohle aller Schulen.

Mitte Juli ist der Bewilligungsbescheid von rund 410.000 Euro für den Zeitraum August bis Dezember 2017 vom Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) eingegangen. Der Landkreis zahlt rund 95.000 Euro selbst. Bisher übernahm er lediglich die vollen Kosten von in eigener Trägerschaft befindlichen Schulen mit einer Gesamthöhe von 70.000 Euro. Die neue Richtlinie fördert die sächsischen Schulen zwischen 80 und 90 Prozent mit einem Gesamtvolumen von 15 Millionen Euro. Somit können alle Schulen einen Schulsozialarbeiter für sich beanspruchen.

Ein aktueller Aufreger an der Sache: Die Richtlinie besagt, man könne zwischen 0,75 und 2 Stellen pro Schule beanspruchen. Gerade in großen Schulen mit einem hohen Ausländeranteil wie der Pestalozzioberschule (650 SchülerInnen, 28 Nationalitäten) in Zwickau-Pölbitz wird nur eine drei Viertelste Stelle ausgeschrieben. Die Stadt Zwickau selbst zahlte bisher eigenständig zwei Stellen.

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