Schutzmasken für Hilfsbedürftige

Jürgen Fischer (2.v.r.) und Franziska Müller (1.v.r.) überreichen die Masken an Dietmar Böhme (1.v.l.) und Christiane Fiedler (2.v.l.), Mit dabei: Sozialamtsleiterin Cornelia Utech (Mitte). Foto: Judith Hauße

Seit 20. April gilt in Sachsen eine Maskenpflicht. Was bei vielen für Kritik sorgt, ist für andere eher ein Unding in der Beschaffung des Schutzes. Vor allem für hilfsbedürftige Menschen und Obdachlose trifft Letzteres zu. In Chemnitz soll jedoch damit jetzt Schluss sein. Am Donnerstag wurden die ersten 50 Masken an das Obdachlosenheim überreicht, rund 100 Stück gingen außerdem an die Tafel Chemnitz.

Genäht wurden sie von 15 Teilnehmern eines Integrationskurses des Berufsförderung Network e.V. (BFNW) – freiwillig, wie Projektleiter Jürgen Fischer erzählt. „Seit 20. März mussten die Arbeitsgelegenheiten und Flüchtingsintegrationsmaßnahmen abgebrochen werden, danach wollten einige von ihnen auf freiwilliger Basis helfen, Masken zu nähen.“

Einfach sei es allerdings nicht immer gewesen für die engagierten Helfer aus u.a. Afghanistan, dem Libanon, Vietnam, Russland und Deutschland. „Sie wussten vom Risiko und wollten trotzdem helfen“, so Fischer. „Für viele waren die Ausgangssperren und Kontrollen schon eine starke psychische Belastung. Wir haben allen Passierscheine ausgestellt, damit sie zu uns kommen konnten. Wer sich nicht wohl gefühlt hat, durfte zuhause bleiben.”

Zustande gekommen ist die Idee durch die Verbindung des Vereins zum Sozialamt und dem Jobcenter in Chemnitz. Daher machte sich auch Sozialamtsleiterin Cornelia Utech zur Maskenübergabe ebenso ein Bild von der Vereinsarbeit. Sie hoffe, wie sie sagt, dass die Produktion noch die nächsten Wochen andauern werde.

Bereits etwa 1000 Stück konnten hergestellt werden. „Die einen haben genäht, andere wiederum halfen beim Zuschneiden“, erzählt Franziska Müller, BFNW-Vereinsvorsitzende.
Dietmar Böhme vom Verein Selbsthilfe e.V. ist froh über die Hilfe. „Auch sozial benachteiligte Menschen müssen die Möglichkeit haben, am öffentlichen Leben teilhaben zu können. Viele fahren fast täglich mit Bus und Bahn.“

Auch Christiane Fiedler von der Tafel in Chemnitz weiß: Bei vielen fehlt das Geld für eine Maske. Wir verteilen sie solange der Vorrat reicht.“

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