Seniorenpower für Schüler

Die Senioren-Experten Günther Hopf (l.) und Dr. Heiner Wolf mit Schüler Markus Rabe, der gern die Hilfe der Senioren bei der Berufswahl und -begleitung nutzt. Foto: Uwe Wolf

Die Senioren-Experten Günther Hopf (l.) und Dr. Heiner Wolf mit Schüler Markus Rabe, der gern die Hilfe der Senioren bei der Berufswahl und -begleitung nutzt. Foto: Uwe Wolf

Limbach-Oberfrohna. Der Senior Experten Service (SES) – eine der größten deutschen Ehrenamtsorganisationen für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand – unterstützt die Hauptschüler an der Pestalozzi-Oberschule in Limbach-Oberfrohna. Die Aktion ist in der Region einzigartig. Nur vier Schulen im Freistaat waren dabei. Eine wurde in andere Trägerschaft überführt und fioel aus dem Programm. Eine zweite kann nicht für die Fortsetzung der Arbeit erforderlichen Sponsoren aufbringen und wird wohl die Segel streichen müssen.

Drei Senioren waren bisher in der Limbacher Pestalozzi-Oberschule eingesetzt, die Schüler bei ihrer Berufswahl und Berufsfindung zu unterstützen. Eine Seniorin wechselte in ein anderes Projekt, so dass jetzt zwei Senioren die Schüler betreuen. Die Aufgaben sind vielfältig. Sie reichen vom Besuch von Ausbildungsmessen über das Erstellen von Bewerbungsunterlagen und die Suche nach Praktikums- bzw. Ausbildungsplätzen bis hin zur Kontaktvermittlung zu Betrieben und gemeinsamen Betriebsbesuchen. Die beiden Senioren Günther Hopf und Dr. Heiner Wolf bringen Berufs- und Lebenserfahrung mit, sie kommen aus der Praxis und sind geschult im Umgang mit Schülern und Auszubildenden. Seit 2010 läuft das Projekt an der Schule und bisher wurden 28 Schüler betreut.
Hauptanliegen des Projektes ist es, den Schülern den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern“, sagte Andreas Kramarczyk, verantwortlicher Lehrer für Berufsbildung und -orientierung. Die Senioren seien bereit, mit den Schülern zu arbeiten und die Schüler würden gern Hilfe in Anspruch nehmen.

„Unsere Hauptschüler werden gefragt, ob sie diese Hilfe nutzen wollen. Das Ganze ist also freiwillig“, so die stellvertretende Schulleiterin Ute Knechtel. „Für die Schüler ist es in der 8. Klasse wichtig, schon zu wissen, was die eigenen Stärken sind und was einem nicht so liegt. Dieses kann dann in der Berufswahl Berücksichtigung finden.“

Zu den 8-Klässlern, die sich für die Seniorenunterstützung entschieden haben, gehört Markus Rabe aus Niederfrohna. Er findet die Idee gut und weiß, dass bei Problemen in Sachen Berufswahl jederzeit Unterstützung da ist. „Ich will in die Landwirtschaft. Das habe ich mir fest vorgenommen“, so Markus Rabe. „Dahin orientiere ich mich und werde dran bleiben.“

Pro Senior werden drei bis vier Hauptschüler betreut. Der Zeitaufwand ist unterschiedlich. „Am Anfang braucht man natürlich immer länger. Aber wenn sich alles eingelaufen hat, dann ist der Zeitaufwand nicht all zu groß“, meinte Günther Hopf. „Ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit dem Projekt gemacht. Wenn man später die Schüler auf der Straße sieht, dann wechselt man ein paar Worte, unterhält sich über die gemeinsame Zeit.“ Unterstützung erhält das Projekt jetzt vom Lions-Club Limbach-Oberfrohna. „Das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung fördert die SES-Projekte nicht mehr. Vielmehr sollen wir auf Sponsoren setzen, zum Beispiel in Bezug auf die Erstattung der Fahrtkosten der Senioren“, erklärte Dr. Stephan Ittner, Regionalkoordinator der Initiative VerA des SES.

Mit dem Lions-Club wurde ein Sponsor gefunden, der das Projekt an der Schule für dieses Schuljahr absichert. „Wir fördern gern, denn es handelt sich um aktive Jugendarbeit. Läuft das Projekt weiter, dann werden wir auch weiterhin helfen“, so der Pressesprecher des Lions-Club, Lutz Hofmann.
Übrigens werden noch Senioren gesucht, die sich einbringen. Wer Interesse hat, kann sich in der Schule melden. uw

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