Sie sind wieder da – endlich

Christian und Natalja Mehl stammen aus dem Pfälzer Bad Dürkheim. Aus dem Chevrolet National AB von anno 1928 winkten sie den Zuschauern an der Strecke zu. (Foto: Olaf Seifert)

Oldtimerrallye Sachsen Classic setzt Zeichen der Hoffnung

Von Olaf Seifert
Region. „Endlich können wir wieder im schönen Freistaat Sachsen unterwegs sein, denn nirgendwo bei all unseren Rallyes ist der Zuspruch größer als hier”, freut sich Harald Koepke, der Organisationsleiter der Sachsen Classic. Die 18. Auflage der Oldtimer-Fahrt konnte in diesem Jahr vom 19. bis 21. August rollen, nachdem sie 2020 aufgrund der Corona-Lage abgesagt werden musste und auch heuer lange vakant war. Der Zuspruch der Szene belohnte den Veranstalter, die Motor Presse Stuttgart GmbH. Alles in allem 229 historische Autos und Motorräder waren diesmal mit von der Partie(y).
Zu den Unterstützern der Traditionsveranstaltung gehörte Wolfgang Kießling vom Zwickauer Verein Internationales Trabant-Register, kurz InterTrab. Er verantwortete die Streckensicherung und freute sich besonders über zahlreiche Ostfahrzeuge im Peloton der internationalen Nobelmarken: „Auch wenn diesmal kein Trabant gemeldet hat, so waren doch zahlreiche Skodas, zwei Wartburg sowie Jawas und MZs, Berliner Roller und andere Zweiräder an den drei Tourtagen zu erleben.” Alles in allem legten die Chauffeure rund 670 Kilometer bei den drei Etappen in Sachsen und Böhmen zurück. Zahlreiche Zeit-, Wertungs- und Bergprüfungen waren dabei zu meistern.

Besonders viele wunderschönes Skoda-Oldtimer waren bei der 18. Sachsen Classic zu bestaunen. Kein Wunder, schließlich feiern die Liebhaber der tschechischen Fahrzeuge heuer den 120. Geburtstag der Marke. (Foto: Olaf Seifert)

Am Auftakt-Donnerstag waren die Teilnehmer an der Wiege des sächsischen Fahrzeugbaus auf Achse. Auf dem Kurs rund um Zwickau starteten sie auf dem Platz der Völkerfreundschaft, unterwegs wurde auf der legendären Sachsenring-Rennstrecke Halt gemacht, man erklomm die aus Friedensfahrtzeiten bekannte Steile Wand in Meerane und kam am Volkswagen-Sachsen-Werk in Mosel vorbei. Am zweiten Rallye-Tag ging es durchs Erzgebirge in die Landeshauptstadt Dresden. Zu den Höhepunkten der Etappe zählten die Preßnitztalbahn in Jöhstadt und die Altenberger Bobbahn. Am finalen Samstag hieß das Ziel Mladá Boleslav in Tschechien. Am modernen Skoda-Werk feierten die Sachsen-Classic-Teams den 120. Geburtstag der Weltmarke. Die Naturschönheiten des Elbsandsteingebirges sorgten gleichfalls für unvergessliche Eindrücke. Zurück in Dresden, wurden der Gesamt- plus die Klassensieger geehrt. Doch als Gewinner durften sich alle Akteure fühlen. Übrigens auch Sachsen, das Erzgebirge und Tschechien, denn das „rollende Fahrzeugmuseum” ist eine großartige Werbung für Tourismus und Wirtschaft dieser Regionen – und ein optimistisches Zeichen nach der Corona-Pause. So betonte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretzschmar in seinem Grußwort für die 18. Sachsen Classic: „Sie wurden schmerzlich vermisst von allen, für die schöne alte Automobile vor zahlreichem Publikum durch Sachsens schöne Landschaften bewegt gehören.” Zwickau bleibe Sachsens Hauptstadt des Automobilbaus, auch weil „hier sechs von zehn vollelektrischen Autos aus deutscher Produktion montiert werden.” Darum sei es außerordentlich passend, dass hier der Startschuss für die Sachsen Classic falle.
Sie sind also wieder da, die wunderschönen Oldtimer. Nicht im Museum, sondern auf unseren Straßen. Endlich wieder!

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