So gefährlich ist das Erzgebirge

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Erzgebirge: Täglich 30.000 Euro Schaden durch Straftaten

Von Sven Günther
Erzgebirge. Manche Zahlen wirken erst dann, wenn man sie auf einen überschaubaren Zeitraum herunterrechnet…
8059 Verkehrsunfälle hat die Polizei im letzten Jahr im Erzgebirge registriert. Das sind 22 jeden Tag! 18 Menschen kamen dabei ums Leben, 1126 wurden verletzt. Bei 146 Unfällen stand mindestens einer der Beteiligten unter Alkohol. 469 wurden erwischt, weil sie im Suff am Steuer saßen.
An 1499 Unfällen waren Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren beteiligt (nicht immer als Verursacher), von denen zwei starben. Auf der anderen Seite gab es 1837 Unfallbeteiligte der Generation 65+, sechs Menschen dieser Altersgruppe wurden getötet, 140 verletzt.
Schäbig: In 1666 Fällen entfernten sich die Unfallverursacher vom Tatort. 45,5 Prozent von ihnen wurden von der Polizei später ermittelt. 58 Fahrer rasten sogar davon, obwohl sie einen Unfall mit Personenschaden verursacht hatte. Hier lag die Aufklärungsquote bei 63,8 Prozent.
Hauptursächlich für die Unfälle insgesamt war ein zu geringer Sicherheitsabstand. Es folgen Fehler beim Wenden und Raserei. Die Polizei führte im Kampf gegen die Raser im Bereich der Direktion 3620 Geschwindigkeitskontrollen durch, bei denen 130.335 Verstöße registriert wurden. 357 pro Tag!!!

Polizisten überlastet

Die Polizisten im Erzgebirgskreis sind im Dauerstress! Zu 12.811 Delikten mussten sie im letzten Jahr ausrücken: Einbrüche, Diebstähle, Körperverletzungen, Betrug, Straftaten gegen das Leben…
12.811 Delikte – das sind 35 Straftaten pro Tag, zu denen die Beamten ausrücken müssen. Immerhin ein leichter Rückgang zum Vorjahr, in dem es noch ein Fall pro Tag mehr war. Sachsenweit gab es täglich 862 Einsätze aufgrund von Straftaten.
Ein Fakt, den Politiker und Polizeiführung lobend erwähnen, die Gewerkschaften der Polizei (GdP) aber hinterfragen. Dass es zum Beispiel 90 Rauschgiftdelikte weniger gab, wird seitens der GdP damit interpretiert, dass aufgrund anderer Aufgaben (Bewachen von Asylunterkünften, Begleiten von Demos, Absichern von Fußballspielen) weniger Kontrollen stattgefunden haben.
Laut Kriminalstatistik ist der Erzgebirgskreis mit 3665 Taten je 100.000 Einwohner die sicherste Region Sachsens. Am gefährlichsten lebt es sich in Leipzig, wo es 13.520 Delikte je 100.000 Menschen gab.

Die vier Straftaten gegen das Leben (versuchter Totschlag) wurden alle aufgeklärt. Insgesamt lag die Quote bei 63,4 Prozent. 5763 Tatverdächtige wurden festgenommen. Zahlen, die im letzten Jahr ähnlich waren. Nur der Anteil der Ausländer ist um 76 Prozent gestiegen. Um 400 Verdächtige auf 922. Insgesamt lag der Anteil 2015 bei 16 Prozent.
Nach oben gingen die Zahlen u.a. bei Roheitsdelikten (+ zwölf Prozent auf 1766), sexuellen Übergriffen (+24,8 Prozent auf 161) und bei Körperverletzungen (+vier Prozent auf 1142).

Gefallen sind sie im Bereich Drogen auch bei Diebstählen, Einbrüchen, Vermögens- und Fälschungsdelikten, Brandstiftung, Graffiti und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Hier wendet die GdP ein: “Weniger registrierte Diebstähle könnten durchaus ein Indiz für zurückgegangene Anzeigenfreudigkeit der Betroffenen sein. Wen wundert’s, wenn die Aufklärungsquote in diesem Bereich seit nunmehr zehn Jahren ständig gesunken ist, 2015 erstmalig auf unter 30 Prozent!”
Im Erzgebirgskreis liegt die Quote zwischen 88,4 Prozent bei Ladendiebstahl und 10,2 Prozent bei Diebstahl aus/an Kraftfahrzeugen.

Der finanzielle Schaden ist enorm, beläuft sich auf 10,6 Millionen Euro, wo von 5,5 Millionen durch Wirtschaftskriminelle und 2,9 Millionen Euro durch Diebe verursacht wurden.
10,6 Millionen Euro – knapp 30.000 Euro Tag für Tag. Manche Zahlen wirken erst dann, wenn man sie auf einen überschaubaren Zeitraum herunterrechnet…

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