Zwickau soll vielfältiger beworben werden

Mehr Besucher für die Zwickauer Innenstadt? Gäste des City-Forums erzählten und schwärmten von zweitweiligen Straßenmusikern in den wie hier in der Inneren Plauenschen Straße. Foto: Alice Jagals

Trist und grau? Gäste des Zwickauer City-Forums erzählten und schwärmten von zweitweiligen Straßenmusikern, wie hier in der Inneren Plauenschen Straße, die einfach mehr Flair ins Einkauferlebnis bringen würden. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Fakt ist, Zwickau muss mehr Geld in die Hand nehmen, um sich positiver bekannt zu machen. „Und da muss auch der Stadtrat seinen Willen zeigen“, betonte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß am Donnerstagabend beim Cityforum im Rathaus. Doch Stadtmarketing ist nicht nur eine Sache des Geldes. So seien es die Menschen selbst, die für ihre Stadt werben sollten. Denn alles könne die Stadtverwaltung nicht machen.

Bei ihrem erneuten Amtsantritt erklärte Pia Findeiß, sie wolle das Stadtmarketing quasi zur „Chefsache“ machen. Vergangene Woche ging sie etwas ins Detail: So soll neben finanziellen Mitteln auch mehr Personal zur Verfügung gestellt werden. Im Januar kommenden Jahres soll ein Runder Tisch mit wichtigen Entscheidungsträgern und Sparten der Stadt zusammenkommen. Weiterhin soll es eine Ideenbörse geben, ähnlich wie die Plattform „Wo zwickt´s?“. So können auch Bürger am Geschehen mitarbeiten und Input von außen geben. Zu guter letzt will die Oberbürgermeisterin noch eine Studie in Auftrag geben.

Ein Anwesender des „City-Forums“ meinte dahingehend, dass es bereits zur Amtszeit von Dietmar Vettermann eine Studie gegeben habe. Die sollte doch erst einmal wieder hervorgeholt werden. Vor allem das jüngere Publikum, und dazu zählten nicht nur Teenager, wünschten sich eine stärkere Wahrnehmung ihrer selbst. So könnten sie wie die meisten arbeitenden Menschen, die Wochenmärkte, die nur bis 17 Uhr geöffnet haben, nicht besuchen.

Kluge und kreative Köpfe gebe es in Zwickau genug, betonte Petra Küster von Kontraste e.V. und Mitglied der Initiative Hauptstraße. Jahr für Jahr engagiert sie sich gemeinsam mit den Einzelhändlern der Hauptstraße dafür, dass genau diese einstige so beliebte Einkaufsmeile einige wenige Tage im Jahr zum bunten oder auch erleuchteten Anziehungspunkt wird. Im ehemaligen Kaufhaus Joh könne man Tanzveranstaltungen organisieren, ein Kunstcafé einrichten, Existenzgrüner räumlich und auch finanziell durch beispielsweise einjährige Gewerbesteuerfreiheit unterstützen. Und genau diese Gründerkultur vermisst auch Tobias Teich, Professor für Vernetzte Systeme der Betriebswirtschaft an der WHZ. Wenn man dieses Potential verspiele, gehen all die klugen Köpfe verloren. Manch einer beschwerte sich zudem über die mangelnde Flexibilität der Verwaltung. So sei eine geplante Strandbar an der Mulde beispielsweise schon einmal abgelehnt worden. Hierauf bezog sich Pia Findeiß unter anderem auf den einzuhaltenden Lärmschutz. Junge Leute zeigen etwa am Beispiel der Kunstplantage an der Mulde, dass sie durchaus das Zeug haben, Kreatives umzusetzen. Befürchtungen, die Kunstplantage zu schließen revidierte Pia Findeiß.

Auch der Dauerbrenner Parkgebühren durfte an dem Abend natürlich nicht fehlen. Auf Vorschläge, die Plätze ab 18 Uhr doch gebührenfrei zur Verfügung stellen, ging Findeiß nicht ein. Zum einen gebe es dann Uneinigkeiten bei den Bewohnern der Innenstadt, die dann auch diese Parkflächen nutzen würden. Schließlich gebe es mehr Anwohner als Parkplätze. Und zum anderen „ist es mir wichtig, Ordnung in meiner Stadt zu haben“, so das Stadtoberhaupt.

Doch wer nicht mit dem Auto in die Stadt kommt, der nutzt auch gern mal Bus und Bahn. „Und da ist der ÖPNV schlecht ausgelastet“, sagte eine Frau im Forum. Wenn sie nach einer Veranstaltung wieder nach Hause möchte, bleibt ihr nichts anderes als ein teures Taxi zu nehmen. aj

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