Sommerspielplan mit Abstand und neuer Open Air-Überdachung

Gundula Hoffmann (Leiterin Figurentheater), Patrick Wurzel (Direktor für Künstlerische Planung und Betriebsdirektor an der Oper) und Carsten Knödler (Schaupspieldirektor) präsentierten den neuen Sommerspielplan mit neuer Open-Air-Überdachung. Foto: Judith Hauße

„Besondere Zeiten erfordern kreative Lösungen“, eröffnet der Chemnitzer Schauspieldirektor Carsten Knödler die offizielle Vorstellung des Sommerspielplanes 2020 der Theater Chemnitz (6. Juni bis 26. Juli). „Es ist bereits das siebte Jahr, dass wir unser Sommertheater auf der Küchwaldbühne spielen, aber so eine Saison wie in diesem Jahr gab es in dieser Art auch noch nicht“, beschreibt er die aktuelle Situation. „Einen Sommerspielplan wird es dennoch geben, nur anders“, betont er.

Das fängt bereits bei der Sitzverteilung an. Statt den den eigentlich vorhandenen 800 Plätzen, dürfen maximal 300 Zuschauer die Vorstellungen auf der Küchwaldbühne verfolgen. „Mit Abstand“, wie Uta Thomsen, Sprecherin der Theater Chemnitz erklärt. „Im gesamten Gelände gilt sowohl vor als auch nach der Aufführung eine Mund-Nasen-Schutzpflicht. Nur während der Vorstellung darf dieser abgenommen werden. Zudem muss der Mindestabstand von 1,5 Metern gewährt bleiben, das gilt auch auf den Sitzbänken. Pausen sind keine vorgesehen, entsprechend werden die Stücke auch bloß bis maximal zwei Stunden dauern.“

Ebenso wie die Anzahl der Zuschauerplätze verkleinert wurde, zeichnet sich auch das Ensemble dieses Jahr durch eine kleinere Gruppe aus. Auch ein Grund, warum statt der eigentlich vorgesehenen Familienstücke „Ronja, die Räubertochter“ und „Michel aus Lönneberga“ nun kurzfristig die Komödie „Es war die Lerche“ von Ephraim Kishon am 13. Juni seine Premiere feiert. „Diese wird statt von einem großen Ensemble, bei dem die Abstandsregeln schwierig wären  einzuhalten, bloß von drei Schauspielern aufgeführt, die während des Stücks in mehrere Rollen schlüpfen“, erläutert Carsten Ködler.

Es zeigt Romeo und Julia, wie sie heute als Paar leben würden, wären sie nicht wie im Original gestorben. Die ganze Zeit allerdings mit einem großen Tisch als Abstand dazwischen. „Fast wie in einer Ehe“, lacht der Schauspielchef, der wie seine Kollegen nun das Beste trotz aller Umstände für die Chemnitzerinnen und Chemnitzer zusammenstellen wollte. „Von Witz über Ironie über Schlagerabende bis hin zur letztmaligen Aufführung der Johnny-Cash-Hommage „Ring Of Fire“ in Chemnitz ist für jeden etwas dabei.“

Aber auch das Chemnitzer Figurentheater unter der Leitung von Gundula Hoffmann hat für Groß und Klein ein Programm zusammengestellt. „Auch wir mussten Premierenpläne verschieben oder ganz absagen. Aber wir hoffen, dass Familien mit dem jetzigen Programm trotzdem schöne und lustige Momente erleben können“, erklärt Gundula Hoffmann.

Ihr Kollege Patrick Wurzel, Direktor für Künstlerische Planung und Betriebsdirektor an der Oper Chemnitz blickt ebenso positiv den nächsten Wochen entgegen. „Wenn man der aktuellen Lage etwas Gutes abgewinnen kann, dann dass wir aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Küchwaldbühne e.V. in diesem Jahr mit dem Musiktheater erstmals im Sommer auf der Küchwaldbühne stehen“, so Wurzel, der im August gemeinsam mit der Leiterin der Theatergruppe Romy Buchmann Ein Musical erarbeiten wird, das am 28. August seine Premiere feiert.

Mehr will Wurzel aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Das Sommermusicsl soll zehnmal aufgeführt werden. Und vielleicht schaffen wir es, dass durch Gastspiele von Chemnitzer Künstlern die Küchwaldbühne dieses Jahr in eine Art Stadtbühne verwandelt wird.“

Auch der Verein Küchwaldbühne hat sich parallel dazu etwas einfallen lassen. Es soll einwöchiges Camp im August geben, in dem Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Profis ein ebenfalls ein Sommermusical einstudieren. Dieses hat am 16. und 22. August seine Premiere.

Vervollständigt wird der Spielplan durch Gastspiele bis zum 20. September.

Neu in diesem Jahr ist auch die Open Air-Überdachung. Diese wurde durch die Theater Chemnitz erworben und bietet nun den nötigen Schutz vor Regen und Sonne für die Künstlerinnen und Künstler.

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