Sport, der von Herzen kommt – fürs Herz

Herz

Herzlich gratulieren Physiotherapeutin Claudia Weiß (43, 7. von rechts) und die Sportfreunde Gerhard Huhn (vorn Mitte) zum 90. Geburtstag. Foto: Olaf Seifert

Gerhard Huhn strahlt übers ganze Gesicht, als ihm seine Sportfreundinnen und -freunde am 31. Mai in einer Übungspause die Hände schütteln. Klar, das 90. Wiegenfest, das der Auer fünf Tage zuvor beging, ist schon so einen „größeren Bahnhof” wert. Doch dem Jubilar gehen diese Glückwünsche besonders nahe, schließlich hat seine Herz – Sportgruppe einen gehörigen Anteil daran, dass der Senior den runden Geburtstag trotz langer schwerer Krankheit fit und munter feiern durfte.

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Erzgebirgische Herz – und Kreislaufhilfe e. V., wo sich Ehrenamtler wie Vereinsvorsitzender Bernd Deubner und Claudia Weiß um Menschen kümmern, die einen Herzinfarkt erlitten, andere Herzprobleme oder Bluthochdruck haben. Aufwärmübungen, Gymnastik und Sportspiele stehen für die insgesamt rund 100 Erzgebirger einmal pro Wochen für jeweils 45 Minuten auf dem Programm in der Turnhalle der früheren Schweitzerschule an der Schwarzenberger Straße. Die Trainingszeiten der zehn Gruppen verteilen sich auf Montag bis Donnerstag.

Claudia, die Physiotherapeutin aus dem HELIOS Klinikum, bringt Berufserfahrung und Spaß am Helfen mit, fühlt sich aber auch belohnt: „Man spürt die Dankbarkeit, merkt, wie sich die Leute trotz der Krankheit wieder was zutrauen, neuen Mut fassen.” Kompetente und medizinische Betreuung gibt den Teilnehmern Sicherheit, so hat während der Übungszeiten stets ein Arzt in der Nähe Bereitschaft. Ebenso wichtig wie körperliche Aktivität ist Teamgeist. Die Patienten treffen Gleichgesinnte, sprechen über Probleme und Erfolge, feiern zusammen Sommerfeste und Advent. Kein Wunder, dass viele Herz – Sportler schon lange regelmäßig kommen. So kennt Claudia Weiß den Huhn, Gerhard, seit sie im Verein mithilft, seit nunmehr gut 20 Jahren. Damals hatte der Auer seinen zweiten Herzinfarkt erlitten und erhielt in der Reha-Klinik den Tipp, bei der Erzgebirgischen Herz – und Kreislaufhilfe vorbeizuschauen. „Natürlich nehme ich Rücksicht auf die Krankheit, kann leider nicht mehr im Blema-Chor singen. Aber ich fühle mich wohl beim Sport und in dieser schönen Truppe”, meint der 90-Jährige. „Ich kann es jedem mit Herz- und Kreislaufdiagnose nur empfehlen, hier mitzumachen.” os

Informationen gibt es bei Bernd Deubner, Telefon 03744 63003, Interessenten können gern auch zu den Übungszeiten Montag bis Donnerstag (nachmittags) in die Turnhalle der Schweitzerschule kommen. Vor der aktiven Teilnahme muss aber das Einverständnis des Arztes und der Krankenkasse vorliegen.

 

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