Stadtarchiv: Hat die Suche ein Ende?

Könnte das hier das neue Stadtarchiv werden? Foto: Alice Jagals

Zwickau. Bekommt Zwickau endlich ein komplettes Stadtarchiv? Wenn der Stadtrat am 28. Mai dem Beschluss zustimmt, könnte es endlich zu einer Realisierung kommen. Wo? An der Crimmitschauer Straße 1, an dessen Standort derzeit das Sparkassengebäude steht.

Die derzeitige Situation

Das Stadtarchiv zählt wegen seiner wertvollen Bestände zu den bedeutendsten Kommunalarchiven in Sachsen. Der Gesamtbestand geht bis 1273 zurück und umfasst rund 4.500 laufende Meter Archiv- und Sammlungsgut. Das Problem: Alles ist an drei verschiedenen Orten untergebracht, nämlich in der Lessingstraße, im Verwaltungszentrum und im Finkenweg.

So sei es aufgrund des Platzmangels unmöglich, sowohl die verbliebenen als auch die ausgelagerten Bestände nach archivfachlichen Anforderungen an Sicherheit, Klima und Brandschutz sichern, erhal- ten und pflegen zu können. So ist unter anderem das Bildarchiv (30.000 historische Fotos und 3.000 Bildpostkarten, audiovisuelle Medien) im Beratungs- und Pausenraum des Stadtarchivs unter völlig unzulänglichen klimatischen Bedingungen untergebracht.

Der Plan

Der Komplex erstreckt sich bis zum Robert-Schumann-Konservatorium.

Ende 2018 wurden der Verwaltung seitens der Sparkasse Zwickau die Gebäude der Crimmitschauer Straße 1/1a für eine perspektivische Nutzung als Stadtarchiv angeboten. Aufgrund der besonderen bautechnischen Anforderungen gab die Sparkasse eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Unter Einbindung des Kulturamtes als späterer Nutzer und in Abstimmung mit den Baubehörden, der Denkmalbehörde und diverser Fachplaner wurde die Studie erarbeitet. Das Ergebnis sei positiv.

GGZ soll es realisieren
Den notwendigen Umbau soll die 100prozentige städtische Tochtergesellschaft Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau mbH (GGZ) realisieren. Die Erwerbs- und Baukosten werden sich auf circa 14,3 Millionen Euro belaufen.  Zur Refinanzierung der Erwerbs- und Umbaukosten soll zwischen der Stadt Zwickau und der GGZ ein Mietvertrag abgeschlossen werden, dessen Laufzeit nach Übernahme des Objektes durch das Stadtarchiv beginnt und sich über einen Zeitraum von 30 Jahren erstreckt. Die monatliche Mietzahlung beläuft sich auf 46.613 Euro (kalt) ab 2024.

Was wird den derzeitigen Objekten?
Das Haus in der Kolpingstraße 8, das an das Gebäude in der Lessingstraße angrenzt, könnte einer Vermarktung zugeführt werden. Der geschätzte Wert liegt bei 400.000 Euro bei einem Sanierungsaufwand von rund 3,1 Millionen Euro. Darüber hinaus entfällt die Anmietung der Zweigstelle des Verwaltungsarchivs im Finkenweg. Die Einsparung würde sich auf jährlich rund 55.000 Euro belaufen.

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