Starker Zusammenhalt: Regenbogenhaus-Bewohner starten Petition

Heim-Chefin Kerstin Täuber (58) beherbergt im Regenbogenhaus in Pölbitz aktuell 29 Bewohner. Foto: Judith Hauße

Das Leben auf der Straße ist für viele Bewohner im Zwickauer Regenbogenhaus nicht unbekannt. Dass dieser Fall nun aber wieder eintreffen könnte, sollte es nicht zu einer langfristigen Lösung nach dem verlorenen Rechtsstreit mit der Stadt kommen, für alle undenkbar. Denn das gemeinsame Leben im Wohn- und Sozialhaus an der Büttenstraße hat sie inzwischen alle zu einer großen Familie heranwachsen lassen. Dementsprechend groß sei daher für alle die Angst, wieder vor verschlossenen Türen zu stehen, abgewiesen und ohne Zuhause. „Unvorstellbar, was mit den Menschen passiert, sollten sie voneinander getrennt werden“, sagt Heim-Chefin Kerstin Täuber, die von allen Bewohnern liebevoll „Unsere Mutti“ genannt wird.

Bereits sechs Jahre dauert der Streit um die Obdachlosenunterkunft in Pölbitz schon an. Eine Zeit, in der das Wohnhaus „Zum Regenbogen“ immer wieder vor dem Aus stand. Aktuell dürfen laut Stadt mittelfristig keine neuen Bewohner mehr aufgenommen werden. Grund dafür seien Mängel im Brandschutz, zudem befinde sich das Gebäude in einem Gewerbegebiet. Zwar werde das Haus vorerst nicht geschlossen, doch die Sorge, wie es weitergeht, die bleibt.

Ein Blick in das Wohn- und Sozialhaus „Zum Regenbogen“ im Zwickauer Stadtteil Pölbitz verrät, Heimleiterin Kerstin Täuber und die 29 Bewohner sind längst zu einem Ganzen zusammengewachsen. „Wie eine große Familie“, sagt Bewohnerin Kerstin Kaluza. Wohin, wenn das Regenbogenhaus, ihr inzwischen so liebgewonnenes Zuhause nun doch geschlossen werden muss, weiß kaum einer von ihnen. „Ohne unsere Kerstin säßen wir auf der Straße.“

Der Schock über die zurückgewiesene Klage gegen die Nutzungsunterlassung der Stadt sitzt bei allen immer noch tief. „Nicht mein, sondern das Wohl der 29 Menschen steht an allererster Stelle“, wie Täuber deutlich macht, die stets mit ihren Mitarbeitern versucht, den Bewohnern es so schön wie möglich zu machen, ihnen ein Zuhause, eine Familie zurückzugeben. Darüber hinaus gibt es bereits aufmunternde Signale von vielen Seiten, ob von privaten Helfern, Firmen oder von einzelnen Stadträten, die Zwickauer kennen das Wohnobjekt „Zum Regenbogen“ seit vielen Jahren und wollen helfen. „Ich danke jeden, der hinter mir steht“, so die 58-Jährige.

Nicht zuletzt ist es auch genau dieser Zusammenhalt, der die Frauen und Männer im Regenbogenhaus derzeit noch stärker macht. Auf der sozialen Medienplattform Facebook läuft aktuell zudem eine Petition unter dem Titel „Regenbogenhaus Muss Bleiben“. Damit wollen die Bewohner ihren Gemeinschaftsgeist zusammen mit den Einwohnern der Stadt signalisieren. „Wir wollen keinen Streit, nur eine gemeinsame Lösung, die für alle Beteiligten einvernehmlich ist“, betont Täuber.

Hier geht’s zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/regenbogenhaus-muss-bleiben?fbclid=IwAR3LfToDzvfzL5L6jFGWWFjYuig5lmboGYk8tsHRjQUVoXhzuDtQdQUgC4o

 

 

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