Theater contra Gewalt

Berichte über Gewalt an der Europäischen Oberschule Waldenburg waren provokant, emotional und authentisch. Foto: Uwe Wolf

Waldenburg. Gewalt an Schulen gibt es an vielen Bildungseinrichtungen. Vor allem Mobbing oder Beleidigung stehen in vielen Schulen auf der Tagesordnung. Gerade diese vermeintlich kleineren Vorfälle gilt es ernst zu nehmen, um möglichen Gewaltentwicklungen früh und effektiv vorzubeugen.

Mit „Berichte über Gewalt“ war die Unfallkasse Sachsen an der Europäischen Oberschule Waldenburg zu Gast. „Es gibt hier an der Schule keine Probleme mit Gewalt. Vielmehr hat sich die Schule beworben, um vorbeugend tätig zu sein, damit es zu keiner Gewalt kommt“, erklärte Karsten Janz, Pressesprecher der Unfallkasse Sachsen. „Hier an der Schule ist man bereit, offen über das Thema zu reden. Manche Schulleiter reagieren darauf leider sehr reserviert.“

Fünf unterschiedliche Berichte gab es zu hören. Da gab es den Rechten, der einen Asia-Laden platt gemacht hat, eine Schülerin, die eine Mitschülerin per Mobbing in den Selbstmord getrieben hat, einen Lehrer, der einen Schüler verprügelte, eine Frau, die eine Vergewaltigung verhindern wollte und selbst Opfer wurde und einen Farbigen, der sich oft dem Thema Rassismus ausgesetzt sieht, aber sich zu wehren versteht. Alle fünf Personen berichteten über ihre Erfahrungen mit Gewalt – freiwillig oder als Bewährungsmaßnahme dazu verpflichtet. Es gab dabei provokante, emotionale und authentische Konfrontation mit dem Thema Gewalt.

Erst nach der Diskussion mit den Schülern wurde aufgedeckt, dass es sich bei den fünf Personen um Schauspieler handelte. „Die Fälle sind aber alle passiert. Es sind alles wahre Geschichten aus Deutschland“, so Janz.

Das sich die Unfallkasse Sachsen in Sachen Gewaltpräventation engagiert hat seinen Grund. „Verletzungen, die aus Gewalttaten an Schulen stammen, werden wie ein Schulunfall behandelt und gehen somit zu Lasten der Unfallkasse“, erläuterte Karsten Janz. „Wir wollen mit unserem Engagement erreichen, dass man offen über das Thema spricht, darüber diskutiert und dass die Erkenntnis wächst, dass Gewalt, gleich welcher Art, keine Lösung für Probleme ist.“

Laut Unfallstatistik der Unfallkasse Sachsen gibt es keine Zunahme bei den Gewalttaten an schulen. „Aber wir registrieren nur die Fälle, wo es zu Verletzungen kommt. Fälle von Mobbing und Gewalt ohne Verletzungen werden bei uns nicht bekannt. Somit ist die Dunkelziffer ein ganzes Stück höher“, schätzte Janz die Situation ein. uw

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