Thomy: Appeasement

Türkische Truppen sind, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr den Landzipfel um Afrin besetzt haben, wieder auf das Gebiet Syriens vorgerückt. Begründet wird der Angriff mit dem Kampf gegen terroristische Kurdenmilizen. Zur Sicherung des Grenzgebietes plant Erdogans Regierung die Besetzung eines ca. 30km breiten syrischen Landstreifens.

Gesetzt den Fall, damit wären die tatsächlichen Absichten der Türkei beschrieben – wie wäre denn die Lage nach dem erfolgreichen Abschluss der Operation? Es gäbe eine neue, schlechter gesicherte Grenze, mit feindlichen, durch die Aggression zusätzlich motivierten Kurdenmilizen auf der anderen Seite. Nach der Besatzerlogik müsste die türkische Armee und ihre Hilfstruppen nun sicherheitshalber den nächsten Landstrich besetzen und danach aus Sicherheitsgründen den übernächsten und so weiter.

Tatsächlich hat Erdogan schon vor Jahren erklärt, dass es ihm um die schrittweise Wiederherstellung des Osmanischen Reiches gehe. Dazu gehörten noch in den 20ger Jahren die Gebiete um Aleppo (Syrien) und Mosul (Irak). Die Welt darf gespannt sein, wohin die vorgeblichen Sicherheitsinteressen die türkischen Truppen noch treiben werden.  Von der türkischen Bevölkerung wird der Vormarsch des Nato-Verbündeten und EU-Beitrittskandidaten offenbar mehrheitlich unterstützt. Das ist fast noch beängstigender als die Aggression selbst.  Ob die Appeasement –Politik der EU gegenüber dem militärisch starken Partnerland zum Frieden beitragen wird, ist allerdings mehr als zweifelhaft.

Schönes wochenende, wünscht thomy

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