Thomy: Hut weg

Wäre Hüte tragen noch in Mode, würde mir meiner hoch gehen. Weil sich der Eindruck aufdrängt, die gelenkte Demokratie werde gelinkt. Für den Posten des Kommissionspräsidenten wird mit Frau von der Leyen eine Bewerberin aus dem Hut gezaubert, von deren diesbezüglichen Ambitionen kaum ein Wähler zwischen Lissabon und Tallinn vor den Wahlen je etwas gehört hat. Ihre Nominierung erfolgte unmittelbar nach ihrer Teilnahme an der diesjährigen Bilderbergerkonferenz. Vielleicht sind einige der Ideen aus dem Umfeld der Aluhutträger doch nicht so ganz aus der chemtrailverseuchten Luft gegriffen.

Als Verteidigungsministerin hat sich die Ursula zwar bleibende Verdienste erworben. Die Einführung des hochschwangerentauglichen Panzers wird die Militärdoktrin der nächsten tausend Jahre revolutionieren und die Idee, die Gorch Fock zum weltweit ersten Nullemissionsschlachtschiff umzubauen, erwies sich zwar als ein bisschen teuer, aber wegweisend für die CO² neutralen Kriege der Zukunft. Dennoch: es hätte zumindest ein bisschen demokratischer ausgesehen, wenn von der Leyen sich selbst den Wählern gestellt hätte, statt den Weber vorzuschicken.

In Sachsen wurde die Parteiliste der schlimmen Alternative wegen Formfehlern um zwei Drittel zusammengestrichen. Die hatte sich im basisdemokratischen Überschwang an zwei Wochenenden versammelt um ihre Kandidaten zu wählen, anstatt die Personalien regelkonform an einem Freitagnachmittag durchzuwinken. Hut ab!

Wie heißt es so schön: Demokratie ist, wenn man trotzdem wählt.

Schönes wochenende, wünscht thomy

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