Thomy: Im Schiff

Wenn Sie in einem Boot mit leichter Schlagseite unterwegs sind, genügt es, dass sich die Passagiere in der Mitte auf den Boden setzen um das Kentern zu verhindern. Die Verlagerung des Schwerpunktes in die Mitte stabilisiert das Schiff. Gefährlich wird es allerdings, wenn die Besatzung die Herausforderung voller Übermut genießt und sich vom Nervenkitzel berauscht weit über die dem Wasser zugeneigte Bordwand hinauslehnt und damit die Schräglage noch verstärkt. Dann genügt das Zusammenhocken der Menge in der Mitte nicht mehr  – die Irren sitzen nicht nur am Ruder, sie haben auch noch den längeren Hebel.

Wahrscheinlich haben sie auch die besseren Rettungswesten für den Fall des Kenterns und geübtere Schwimmer sind sie auch. Leider bekommt man eine durchgeknallte Besatzung frühestens im nächsten Hafen los. Und sollte das Schiff dank der Gnade ausbleibender Windstöße glücklicherweise heil dort ankommen, wird die Mehrheit der Passagiere die Schrecken der Überfahrt für gar nicht so schlimm halten.

Die Kotze ist schnell weggewischt und schließlich ist es ja nochmal gut gegangen. Wer der Meinung ist, dass es auch schief gehen kann, hat die Möglichkeit, die Hockhaltung der Mitte zu verlassen und sich über die höhere Bordwand hinauszulehnen um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Das ist nicht ungefährlich und wer das tut, wird von den Irren von der anderen Seite des Schiffes für verrückt erklärt werden. In Anbetracht der Schieflage im Lande ist das inzwischen ein Kompliment.

schönes wochenende, wünscht thomy

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