Thomy: Klima

Welchen Sender man auch wählt: außer bei Filmen und in den Werbepausen dauert es keine fünf Minuten, bis die Begriffe globale Erwärmung oder Klimaschutz fallen. Seit Marx wissen wir, dass die Theorie zur materiellen Gewalt wird, sobald sie die Massen ergreift. Die Fernsehschaffenden tun schon viel bei der Ergreifung der Massen. Aber da geht noch mehr.

Die alten Filme könnte man mit aufklärerischen Untertiteln volkspädagogisch aufwerten. Die Olsenbande fuhr eigentlich nach Jütland, um es vor seiner Überschwemmung noch mal zu sehen. „Stirb langsam“ thematisiert auf subtile Weise das Leiden schwitzender Männer. „In Jenseits von Afrika“ brennt die Kaffeefarm und macht die Arbeiter heimatlos – ein Menetekel auf zukünftige Klimaflüchtlinge.

Auch in Werbeclips hat die Überhitzungsparanoia noch ein riesiges, nur teilweise erschlossenes Potential. Dass die zunehmende Hitze den Gebrauch von kühlenden Sprays aus nachwachsenden Rohstoffen unabdingbar macht, versteht sich von selbst. Reizdarmblocker zum Beispiel verhindern Fürze und sparen Toilettenwasser. Das Ziel von Fernreisen kann nicht mehr länger die Reise selbst sein, sondern die Möglichkeit, dadurch das Recht zu einer CO²-Kompensationszahlung zu erlangen. Selbst das Werbeverbot für Zigaretten sollte man unter dem Aspekt des Klimaschutzes wieder aufheben. Zwar setzen die Glimmstängel ein paar Schadstoffe frei – aber deren geringe Menge steht in keinem Verhältnis zu den vielen Tonnen durch das vorzeitige Ableben der Raucher eingesparten Klimagiftes.

schönes wochenende, wünscht thomy

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