Thomy: Messer

Aus irgendwelchen Gründen, deren Benennung gegen das Korrektheitsgebot verstoßen würde, gibt es im Lande immer mehr Messerangriffe. Deshalb berät der Bundesrat eine Verschärfung des Waffengesetzes. Außer der Einrichtung von Waffenverbotszonen in besonders belebten Gegenden soll das Mitführen von Messern mit mehr als sechs Zentimeter Klingenlänge generell verboten werden. Das Messerverbot soll „das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung“ verbessern.

Für leidenschaftliche Schnitzer und für traditionelle Hasenjäger mag die geplante Gesetzänderung eine wesentliche Einschränkung ihrer Lebensgewohnheiten darstellen. Obwohl in den Innenstädten wenig Hölzer herumliegen, die beschnitzt werden dürfen, und wegen der vielen Imbissstände die Gefahr des Verhungerns nicht besteht. Aber die Verbesserung der Gefühlslage der Bevölkerung ist ein wichtigeres Anliegen, wenn man schon die Sachlage nicht ändern kann.

Eine andere Frage ist, wie die Einhaltung dieser Regeln kontrolliert werden soll. Der städtische Ordnungsdienst wäre zwar durchaus imstande, die ordnungsgemäße Entwaffnung  der Senioren durchzusetzen. Schließlich kann man mit einem Rollator nicht schnell genug wegrennen. Ob die Polizei jedoch genügend motiviertes Personal hat, um sich mit bestimmten Gruppen junger, konditionsstarker Männer anzulegen, darf lebhaft bezweifelt werden. Abgesehen davon, dass sich nur wegen eines theoretisch zu zahlenden Bußgeldes von dreißig Euro für den Messerbürger nicht einmal die Anstrengung einer schnellen Flucht lohnen würde.

Schönes wochenende, wünscht thomy

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