Thomy: Prognosen

Die Tagestemperaturen im  Juli waren im deutschen Flachland extrem hoch. Die Apokalyptiker erkennen darin ein Symptom des weltweiten Klimawandels –  schließlich ist Deutschland der klimatologische Nabel der Welt. Selbst die sommerlichen Schneeeinbrüche in den Alpen sind, soviel Angst muss sein, Folgen des globalen Fieberanfalles.

Wer ein bisschen älter ist, kann sich an den Extremsommer des Jahres 1976 erinnern, in dem in unserer Gegend die Trinkwasserversorgung kurz vor dem Zusammenbruch stand. Der „Spiegel“ – damals ein Sturmgeschütz der Demokratie – schrieb seinerzeit (am 5.7.1976):

„Denn in den letzten Jahren hatten die Klimaforscher aus der Fülle von Wetterdaten gerade den entgegengesetzten Trend herausgefiltert: Nach einem Anstieg der Mitteltemperatur der nördlichen Erdhalbkugel um mehr als 0,5 Grad in der ersten Jahrhunderthälfte war es in den fünfziger und sechziger Jahren zu einem drastischen Absinken der Jahresmitteltemperatur gekommen. Auf Island beispielsweise, dem “Klimafühler” der nördlichen Hemisphäre, sank sie um mehr als einen Celsiusgrad.“

Schon damals waren Prognosen in die Zukunft eine schwierige Angelegenheit, auch wenn sie als mathematisch begründete Trends daherkamen. Ein heißer Sommer genügte, um die damalige Voraussage einer neuen Eiszeit (Spiegel vom 12.08.1974) in Frage zu stellen.

Die Bauernregel sagt: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist.“  Leider dürfen auch die Hähne heutzutage nicht mehr so krähen wie sie wollen.

Schönes wochenende, wünscht thomy

 

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