Thomy: Rote Rübe

In meiner Kindheit entdeckte ich in einem Comic etwas, was ich für eine der genialsten Erfindungen aller Zeiten hielt. Es war die Zeichnung eines Indianers auf einem klapperdürren Gaul. Er hielt seinem Reittier eine Angelrute vors Maul, an der eine Mohrrübe hing. Das hungrige Pferd gab sein Letztes aber die Möhre blieb unberührt. Der Indianer konnte das Gemüse am Ende selbst verspeisen.

Die Sozialdemokraten haben sich entschlossen, schrittweise die Reform der Reform der Reform der von ihnen beschlossenen Hartz4 Reform anzugehen. Diese wurde dereinst in wenigen Jahren zügig umgesetzt. Die Korrektur hingegen benötigt, das muss man doch einsehen, selbstverständlich mehr Zeit. Viel mehr Zeit. Nur so kann die Verheißung dieses Multireformprojektes bis weit über die übernächsten Wahlen hinaus die Agenda bestimmen.

Selbstverständlich steht die Umsetzung auch dieses wohltätigen Planes unter vielfältigen Vorbehalten. Er muss finanzierbar sein und die Langfristreformer benötigen dazu selbstverständlich genügend Wählerstimmen, um ohne Unterbrechung in der Regierung mitreiten zu können.

Ich habe schon viele lebende Pferde gesehen. Aber noch keinen Reiter, der den Möhrentrick des Indianers aus dem Comic ausprobiert hat. Vielleicht liegt das daran, dass echte Reiter zu wenig Comics anschauen. Oder daran, dass Pferde ziemlich intelligente Tiere sind.

Wenn nichts dazwischen kommt, lesen sie nächste Woche an dieser Stelle über das Projekt schwarzer Rauch.

schönes wochenende, wünscht thomy

 

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