Thomy: Wir fehlen

Bei der Besetzung der Führungspositionen der Europäischen Union werden Politiker aus Deutschland auch diesmal kaum zum Zuge kommen. Auch in den Leitungen anderer  internationaler Gremien sind Vertreter Deutschlands kaum zu finden. In Anbetracht der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik ist dies, zumindest auf den ersten Blick, ein wenig verwunderlich.  Möglicherweise lässt sich dieser Repräsentanzmangel  sich als eine der Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges erklären.  Der liegt zwar zwei Generationen zurück – das Misstrauen gegenüber den Größenwahnsinnigen aus Deutschland aber sitzt immer noch tief.

Auch heute neigen wir zur Selbstüberhebung. Was in Deutschland für gut und richtig gehalten wird, kommt bei den anderen Europäern nicht unbedingt als frohe Botschaft an, sondern als impertinente Klugscheißerei. Das gilt für die Energie- und Umweltpolitik, die Währungspolitik ebenso wie die Haltung zur Migration. Wenn Deutsche Polen  wegen der Reformen in der Justiz und den staatlichen Medien kritisieren (und dabei die Situation im eigenen Land ausblenden)  sorgt dies für wieder anwachsende Antipathien. Und die Italiener dürften auch nicht sehr dankbar für Ratschläge aus dem deutschen Justizministerium sein. Anmaßung bleibt Anmaßung, auch wenn sie in moralischer Verkleidung einherstolziert.

Vielleicht gibt es aber auch einen weiteren Grund für die deutsche Absenz in den internationalen Spitzenpositionen: Fachkräftemangel. Die Menge allein macht es nicht – es fehlt an Spitzenleuten.

schönes wochenende, wünscht thomy

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