Thomys Welt: Der Sommerlöwe

Eigentlich gibt es in diesem Jahr nachrichtenmäßig kein Sommerloch. Griechenland pumpt sich weiter in die Pleite, Europa wird durch hunderttausende Fachkräfte bereichert, die Verhandlungen über das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA bleiben streng geheim, die Tagestemperaturen sind hoch genug, um die Klimakatastrophe zu beschwören und die deutschen Justizbehörden ermitteln wegen Landesverrates gegen Journalisten.

(Der eine oder andere Bürger hierzulande ist der Meinung, dass der Vorwurf des Landesverrates durchaus seine Berechtigung hat – allerdings mit anderen Beschuldigten.) Der Islamische Staat, den unsere halbwache Justiz noch immer nicht als ausländische Terrororganisation eingestuft hat, meuchelt munter fort und verkündet stolz, Mosul sei endlich christenfrei  und die Kirchen in Deutschland schweigen betreten. Es ist wirklich schlimm, dass hierzulande immer weniger Menschen Kirchensteuer bezahlen. Verwunderlich ist es nicht.

Inmitten dieser in seiner Ödnis ziemlich bedrückenden Nachrichtenlandschaft erschien plötzlich ein schöner, aber inzwischen leider toter Löwe. Cecil, das von einem amerikanischen Großwildjäger gemeuchelte Kuscheltier. (Ironischerweise benannt nach Cecil Rhodes, einem der übelsten Imperialisten der Geschichte.)

In der weltweit verbreiteten Gemeinde der politisch Korrekten schäumte die Empörung auf. Einen Löwen  massakrieren? Das geht überhaupt nicht. Ein Löwe ist schließlich kein Mensch, sondern  die edle Naturform einer Hauskatze. Und der edle Wilde ist nun einmal das Idealbild der Internationale der tonangebenden Spinner, die die Meinungshoheit besitzen.

Schönes Wochenende
wünscht thomy

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