Tierschutz – artgerechtes und gesundes Futter für den Hund

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Viele Hundebesitzer stehen täglich vor der Frage, wie sie ihren besten Freund gesund und hundegerecht ernähren. Manche Vierbeiner haben Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien. Andere Hundebesitzer wollen einfach eine hochwertige Ernährung. Naturnah ist die Rohfütterung, auch „Barfen“ genannt, zu denen Diana Müller in Chemnitz sogar extra Beratungsleistungen anbietet. Da das Barfen nicht jedermanns Sache ist, macht es durchaus Sinn, sich im Vorfeld über die Grundlagen dieser Ernährungsform zu informieren, um abwägen zu können, ob dieser Ansatz der Richtige für Hund und Halter ist.

Hochwertiges industriell hergestelltes Futter

Teuer ist auch gut, ist nicht immer korrekt. Die Qualität des Futters steht häufig nicht in direkter Beziehung zu seinem Preis. Wichtig für eine artgerechte Fütterung – dazu hat der Tierschutzverein auch ein paar Tipps parat – sind die Inhaltsstoffe. Ein gutes Hundefutter zeichnet sich dadurch aus, dass es aus Fleisch hergestellt ist und kein Getreide enthält. Auch bei Hunden sind mittlerweile Getreideunverträglichkeiten sehr weit verbreitet.

Wer genau wissen will, was das Futter enthält, muss die Liste mit den Inhaltsstoffen studieren. Dabei tricksen allerdings viele Hersteller. Beispielsweise stehen die zugesetzten Getreidearten einzeln in der Auflistung mit Prozentangaben. Um hier den Gesamtanteil an Getreide zu erfahren, ist es notwendig, die Prozentangaben zu addieren. Häufig ist dabei festzustellen, dass der Fleischanteil wesentlich geringer ist als der Getreideanteil. Das fällt allerdings nur bei näherem Hinsehen auf.

Es gibt Trockenfutter, das einen hohen Fleischanteil hat, wie beispielsweise das Platinum adult chicken. Laut Hersteller enthält dieses Futter einen Frischfleischanteil von 70 Prozent. Darüber hinaus ist außer Mais kein Getreide enthalten. Weitere Bestandteile sind Gemüse und hochwertige Fette, wie zum Beispiel Lachs-, Oliven- und Leinsamenöl. Hier ist das Verhältnis ganz eindeutig so, dass das Fertigfutter viel mehr Fleisch als Getreide enthält.

Eigene Futterzusätze verwenden

Aber auch ein weniger hochwertiges Futter lässt sich im Nachhinein aufwerten. So kann die Zugabe von Lein- oder Kokosöl, von Joghurt oder Quark jedes Nass- oder Trockenfutter qualitativ verbessern. Hier ist dann auf die Menge zu achten. Zu viel des Guten kann schädlich sein und eventuell zu Durchfall führen. Weiterhin fressen die meisten Hunde gerne Äpfel und Bananen. Reis lässt sich ebenfalls gut unter das Futter mischen.

Barfen – ist das das Richtige?

Barfen ist eine Form der Rohfütterung. Der Hund bekommt eine möglichst naturnahe Ernährung aus rohem Fleisch, Innereien und Eintagesküken. Allerdings sind Hunde keine reinen Fleischfresser. Das Futter kann ohne weiteres Eier, Gemüse, Obst und Knochen enthalten.

Wichtig bei der Rohfütterung ist hochwertiges Fleisch. Das heißt jetzt nicht, dass der Hund jeden Tag ein Steak bekommen sollte, aber schon gutes Rind- oder Hühnerfleisch. Schweinefleisch ist für die Rohfütterung nicht geeignet, da es Krankheitserreger eines für Hunde und Katzen tödlichen Herpesvirus enthalten kann.

In sogenannten Barf-Shops gibt es alles für diese Fütterungsart. Dort finden sich auch Gemüsemischungen, wertvolle Öle und Mineralien. Barfen ist sehr gesund für den Hund. Allerdings ist es auch eine teure Methode der Fütterung. Zudem ist es nicht jedermanns Sache, ständig mit rohem Fleisch und Innereien zu hantieren. Pansen ist besonders gesund für den Hund. Allerdings ist Pansen auch sehr geruchsintensiv, was es vielen unmöglich macht, ihn zu füttern.

Wie artgerecht ist eine vegane oder vegetarische Ernährung für den Hund?

Hundebesitzer, die selbst vegan oder vegetarisch leben, tun dies meist aus ethischen oder religiösen Gründen. Massentierhaltung oder das Schlachten von Tieren ist ihnen ein Greul. Für sie ist die Fütterung ihres Hundes mit Fleisch nicht so leicht mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass Hunde keine reinen Fleischfresser sind. Ihr Verdauungssystem arbeitet wie das eines Allesfressers. Sie sind, genauso wie der Mensch, nicht zwingend auf Fleisch als Nahrungsmittel angewiesen.

Der Hund – ein Allesfresser

Dennoch sind die Ernährungsbedürfnisse des Hundes nicht mit den menschlichen vergleichbar. Hunde sind keine reinen Fleischfresser und in ihrem Nahrungsspektrum flexibel. Allerdings ist der Verdauungstrakt auf fleischliche Nahrung ausgelegt. Er kann pflanzliche Nahrungsquellen trotzdem gut verwerten.

Sein größtes Problem bei einer fleischlosen Ernährungsform ist die Versorgung mit essenziellen Aminosäuren. Die wenigsten pflanzlichen Proteinquellen bilden genau die Aminosäuren ab, die der Hund braucht. Tierschutzorganisationen raten von einer veganen oder vegetarischen Ernährungsform für den Hund ab. Das bedeutet nicht, dass der Hund krank wird, wenn er nur pflanzliche Nahrung bekommt. Allerdings sind dabei ein paar Dinge zu beachten, damit der vierbeinige Freund alle notwendigen Nährstoffe für ein gesundes Hundeleben bekommt – auch ohne Fleisch.

Supplemente für ein gesundes Hundeleben

Damit es nicht zu einer Mangelernährung kommt, ist es notwendig dem Hund Nahrungsergänzungsmittel zu geben, wie beispielsweise Kalzium, Vitamin B12 oder Vitamin E. Eine unzureichende Vitaminzufuhr könnte bei Welpen oder säugenden Hündinnen sonst zu Untergewicht führen oder den Knochenaufbau beeinträchtigen.

Um ganz sicher zu gehen, sollte die vegetarische oder vegane Ernährung des Hundes mit dem Tierarzt abgeklärt sein. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen stellen sicher, dass der Hund mit allem gut versorgt ist. Wenn es dennoch zu Mangelerscheinungen kommt, kann der Tierarzt entsprechende Mittel verordnen, um dem entgegenzuwirken.

Wie sieht also die ideale Ernährungsform aus?

Über die ideale Ernährung für den Hund muss jeder Hundebesitzer selbst entscheiden. Es ist wichtig, auf die Zusammensetzung des Futters zu achten und die Inhaltsstoffe zu kennen. Dann lassen sich eventuelle Mängel durch Zusätze ausgleichen. Dabei hat ein großer Schäferhund andere Ansprüche an das Futter als ein kleiner Chihuahua.

Wer die Rohfütterung für seinen Hund ausprobieren möchte, sollte das nicht von heute auf morgen tun. Es ist viel besser für den Hund, die Ernährung nach und nach umzustellen, also erst einmal das Futter zu mischen. Dazu bekommt der Hund beispielsweise nur noch jeden zweiten Tag Trockenfutter und an den anderen Tage Rohfutter. Wer jetzt total verunsichert ist, fragt am besten seinen Tierarzt um Rat. Das ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn der Hund bereits Lebensmittelunverträglichkeiten hat.

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