Traurige Ruhe

Foto: pixabay.com

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Hebammen-Mangel! Kreißsaal in Stollberg dicht

Stollberg. Es wird still werden. Kein Babygeschrei hallt von gefliesten Wänden. Ruhe. Ab Januar wird der Kreißsaal im Stollberger Krankenhaus geschlossen. Der Grund: Hebammen-Mangel.

Foto: KKH

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KKH-Sprecher Christian Grimm: „Das Kreiskrankenhaus Stollberg arbeitet seit 11 Jahren erfolgreich mit einem Team freiberuflich tätiger Hebammen, den sogenannten Beleghebammen zusammen. Temporär war es möglich, das Beleghebammenteam mit angestellten Hebammen zu stärken. Aktuell ist es uns leider nicht gelungen, die ab 01.01.2016 bestehenden Lücken im Hebammenteam wieder zu besetzen.“
Und weiter: „Die Sicherheit für Mutter und Kind steht an erster Stelle, deswegen muss die Geburtshilfe vorerst pausieren. Das Kreiskrankenhaus Stollberg arbeitet mit Hochdruck an der Personalgewinnung, um so schnell wie möglich und gemeinsam mit dem neuen Chefarzt auch im Schwerpunkt Geburtshilfe wieder unsere regionale Aufgabe der stationären Versorgung erfüllen zu können und damit dem Versorgungsauftrag des Sächsischen Staatsministeriums und des Erzgebirgskreises zu entsprechen.“

Der neue Chefarzt. Dr. med. univ. Nenad Dragoljic übernimmt ab 01.02.2016 als Chefarzt die Leitung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Stollberg. Der 55-jährige wurde in Gorazde im ehemaligen Jugoslawien (Bosnien und Herzegowina) geboren. Er lebt und arbeitet seit 1993 in Österreich, seit 2003 in Deutschland und hat eine solide Weiterbildung absolviert. Nach dem Abschluss zum Arzt für
Allgemeinmedizin und zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe war Herr Dr. med. univ. Dragoljic als Fach- und Oberarzt tätig. Zurzeit ist er Leitender Oberarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum Bad Hersfeld.

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Protest gegen die Schließung der Station kommt von den GRÜNEN. Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag erklärt: „Der Freistaat darf nicht länger zuschauen, wie die letzten Hebammen gezwungen sind, die Geburtshilfe aufzugeben. Der Mangel an Hebammen, den wir gerade in der Stollberger Klinik erleben, ist das traurige Resultat des Nichthandelns der Regierungskoalitionen auf Bundes- und Landesebene. Die Leidtragen sind neben den Hebammen auch Mütter und Väter, die kaum mehr eine Hebamme finden, die sie in der Geburtsvorbereitung, zur Geburt und im Wochenbett betreut.“

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