Auch in Corona-Zeiten wird gebaut

Die einen Home-Office, die anderen Handwerk:
Bauarbeiter packen auch in Corona-Zeiten zu –
und sind damit eine zentrale Stütze der
heimischen Wirtschaft. Foto: IG Bau

Während andere ihren Job ins Home-Office verlagern, geht die Arbeit auf Deutschlands Baustellen dennoch weiter. Auch in Chemnitz wird in der Baubranche trotz drastischer Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mit einem Großteil der Kapazität weitergearbeitet. Darauf
weist inzwischen auch die Gewerkschaft IG BAU hin und dankt den 2.760 Bau-Beschäftigten in der Stadt für ihren Einsatz. „Viele haben in den letzten Tagen zugepackt und machen das auch weiterhin„, betont Andreas Herrmann von der IG Bau Südwestsachsen.

Gleichzeitig macht er aber  deutlich, Corona treffe auch den Bau hart. „Das Abstandhalten macht die Hand-in-Hand-Arbeit nicht leichter, ist aber ein Muss. Trotzdem zeigt sich die Bauwirtschaft bislang insgesamt deutlich immuner gegen die Krise als viele andere Branchen.“

Laut Herrmann leisteten die Beschäftigten damit einen entscheidenden Beitrag zur Stützung der regionalen Wirtschaft. „Es sind die Maurer und Zimmerleute, die Landschaftsgärtner, die Dachdecker und Straßenbauer. Und vor allem auch die, die für den Nachschub auf dem Bau sorgen: die Beschäftigten der Baustoff-Industrie. Sie alle halten einen zentralen Wirtschaftszweig in Chemnitz am Laufen.“ Für ihn sei klar, wer auch in der Krise für mehr Wohnraum und funktionierende Straßen sorge, der baue mit seinem Job ein Stück an der Zukunft. „Es ist Zeit, ihnen dafür einfach auch mal ‚Danke!‘ zu sagen“, so Herrmann.

Zugleich appelliert der Gewerkschafter an die Arbeitgeber, die strikte Einhaltung der Hygieneregeln sicherzustellen. Große Frühstücksrunden im Baucontainer seien aktuell ebenso tabu wie die Fahrt im vollbesetzten Bulli zur Baustelle. Jede Baufirma müsse hier ihren eigenen Pandemie-Plan erstellen. „Gesundheit steht an oberster Stelle. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss unbedingt eingehalten werden – besser ist eine ganze Zollstocklänge: also 2 Meter. Das gilt für alle Bürger – und das muss auch auf dem Bau gelten. Sollte das bei speziellen Arbeiten nicht gehen, muss der Chef spätestens dann auch Masken und Schutzhandschuhe bereitstellen. All das heißt, dass sich Gewohnheiten ändern müssen. Es darf nicht alles 08/15 weiterlaufen. Viele Handgriffe, viele Sachen, die ‚schon immer so waren‘, gehen jetzt nicht mehr. Arbeitsabläufe müssen sich ändern. Der Schutz der Beschäftigten hat oberste Priorität. Missachtet der Chef das, müssen sich die Mitarbeiter zur Wehr setzen. Dabei hilft die Gewerkschaft“, macht Herrmann deutlich.

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