Turmhaube kann jetzt saniert werden

Staatssekretär Dr. Frank Pfeil (re.) hat heute (8. Juni) in Zwickau einen Fördermittelbescheid in Höhe von 110.000 Euro an die Evangelisch-Lutherische Stadtkirchgemeinde Zwickau überreicht. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Staatssekretär Dr. Frank Pfeil hat heute (8. Juni 2020) einen Fördermittelbescheid in Höhe von 110.000 Euro an die Evangelisch-Lutherische Stadtkirchgemeinde Zwickau überreicht. Mit Unterstützung der Mittel aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaates Sachsen soll der Dom St. Marien bei Gesamtkosten in Höhe von 200.000 Euro saniert werden.

Unterhalb der barocken Turmhaube (Foto im Hintergrund) lösten sich Anfang des Jahres 2019 Steinteile von Werksteinen und Bauzier, die zum großen Teil von dem Bereich unterhalb des spitzen Turmhelms stammen. Nachdem kurzfristig mit einem Verbau reagiert werden konnte, wurden nun in diesem Bereich des Turms große Schäden am nordwestlichen Treppenturm durch die Kirchgemeinde Zwickau entdeckt. Zur Wahrung der öffentlichen Verkehrssicherheit wurde ein Verbau als Schutz gegen Steinschlag errichtet. Nun sollen die schadhaften Stellen saniert werden. Geplant sind unter anderem eine statisch-konstruktive Sicherung des Naturstein-Mauerwerks sowie der Austausch von nicht restaurierbarer Steinsubstanz durch Neuteile aus Reinhardtsdorfer Sandstein. Außerdem sollen die Fugen der Turmfassaden erneuert und Dacharbeiten durchgeführt werden. Die in den Turm eingesetzten Glasfenster sowie Fugen im Übergang zum Sandsteingewände werden überarbeitet. Die Einrüstung dauert zwei Wochen. Das Gerüst wird etwa 25 Meter hoch sein.

„Ich bin sehr froh, dass sich die Kirchgemeinde und der Förderverein unermüdlich für dieses außerordentlich beeindruckende Zeugnis sächsischer Baugeschichte einsetzen“, sagte Staatssekretär Dr. Pfeil. „Die Marienkirche ist ein tolles Beispiel dafür, wie es gemeinschaftlich gelingen kann, Sachsens Denkmale für weitere Generationen zu erhalten.“

Der „Förderverein zur Erhaltung des Domes St. Marien zu Zwickau e. V.“ unterstützt seit über 25 Jahren denkmalbewahrende, bauerhaltende und kulturgutsichernde Maßnahmen. Durch Initiativen des Dombaufördervereins kamen seit der Gründung über 300.000 Euro Spenden und Mitgliedsbeiträge zusammen, die die zahlreichen Bau- und Restaurierungsarbeiten unterstützten. Mit Mitteln des Denkmalpflegeprogramms »National wertvolle Kulturdenkmäler« der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurden bereits Maßnahmen in Höhe von insgesamt rund 261 000 Euro und Landesmitteln in Höhe von insgesamt rund 167 000 Euro gefördert. Aus dem sogenannten Mauerfonds des Bundes flossen rund 250 000 Euro in die Installation eines Mess-Systems. Auf Grundlage der durch die mit Hilfe des Mess-Systems gewonnenen Erkenntnisse werden seit 2015 zwei Stützpfeiler statisch-konstruktiv ertüchtigt, aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege wurden hierfür rund 505.000 Euro bewilligt.

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