Ukraine-Krieg: Haustiere müssen vorerst ins Tierheim

Die Haustiere der geflüchteten Kriegsopfer müssen vorübergehend in Quarantäne, wo sie medizinisch versorgt werden. Foto: Judith Hauße

Von Judith Hauße

Täglich flüchten derzeit tausende Menschen vor dem Krieg in der Ukraine. Viele von ihnen haben ihre Haustiere dabei, verzichten wegen ihrer treuen Lieblinge lieber auf Kleidungsstücke. In der Erstaufnahmestelle angekommen, ereilt viele Besitzer zunächst jedoch ein Schock, wie Denise Putsche vom Tierasyl Chemnitz weiß. „Die Tiere kommen aus einem Nicht-EU-Land und dürfen laut Veterinäramt nicht mit in die Aufnahmestelle, sondern müssen zunächst in Quarantäne, wo sie ärztlich untersucht werden müssen, auch aus Angst vor Infektionen, wie Tollwut.“

Inzwischen seien auch schon die ersten Flüchtlings-Katzen im Chemnitzer Tierheim von Denise Putsche eingetroffen. „Hier können sich die zum Teil traumatisierten Tiere von der langen Reise erholen und zur Ruhe kommen“, sagt Putsche. „Laut aktuellen Bestimmungen müssen die Katzen für 21 Tage hier bleiben.“ Regelmäßig können sie von ihren Besitzern besucht werden, die wiederum bestrebt sind, umgehend einen neuen Wohnraum zu finden, damit sie ihre geliebten Vierbeiner wieder in  ihre Obhut nehmen können.

Denise Putsche, Vereinsvorsitzende.
Foto: Cindy Haase|Archiv

Für Denise Putsche und ihrem Team ist es selbstverständlich, den Menschen und ihren Tieren zu helfen. „Wie auch zahlreiche andere Tierschützer haben wir bereits für Transporte an die ukrainische Grenze gesammelt und auch Spenden für geflüchtete Frauen und Kinder in den Erstaufnahmeeinrichtungen abgeben können.“ Für die in der Quarantäne befindlichen Katzen wurden zudem bereits medizinische Untersuchungen eingeleitet. „Tiere, die ungeimpft eingereist sind, werden umgehend gechipt und gegen Tollwut geimpft. „Einige von ihnen weisen auch verschiedene Krankheitssymptome auf, die wir natürlich zum Wohle der Tier abklären wollen.“

Außerdem wollen sie den Tierbesitzern eine kleine Erstausstattung  für ihre Tiere in den zugewiesenen Wohnungen zusammenstellen. „Vielen fehlen dafür einfach die finanziellen Ressourcen“, so Denise Putsche, die selbst mit ihrem Tierasyl auf Spenden für die Erhaltung der tierischen Unterkunft angewiesen ist. Vor allem in Hinblick auf das bevorstehende Frühjahr, wo generell mit einem erhöhten Aufkommen weiterer Katzen aus Chemnitz und Umgebung gerechnet werden müsse, bittet das Tierasyl verstärkt um finanzielle Geld- oder Sachspenden. „Die Kittenzeit wird aufgrund des milden Winters in diesem Jahr wesentlich zeitiger auf uns zurollen als wir es in den vergangenen Jahren erlebt haben. Wir hoffen sehr, dass wir diese herausfordernden Wochen und Monate die vor uns stehen, mit allen zur Verfügung stehenden Kapazitäten, gut meistern werden!“ Zudem wisse man aktuell noch nicht, wie und welchem Umfang bzw. ob überhaupt die entstehenden Tierarztkosten für die Flüchtlingstiere von der Stadt übernommen werden.

Für die Tierfreunde ist aber klar, sie wollen den Menschen und Tieren aus der Ukraine helfen. So haben sie ihnen auch ein Info-Blatt mit allen wichtigen Informationen zusammengestellt, sowohl auf Ukrainisch als auch Russisch übersetzt. „Wir wollen ihnen damit die Angst nehmen und ihnen erklären, was mit ihren Tieren in unseren Händen passiert. Denn viele wissen gar nicht, wieso sie ihre Tiere vorübergehend abgeben müssen“, erklärt Putsche.

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