Unter Tage gereift: Whisky aus der Reichen Zeche feiert Premiere

Die Geschäftsführer der Freiberger Whisky Manufaktur Knut Neumann, Prof. Michael Eßlinger und Dipl. Ing. Franz-Peter Kolmschlag (v.l.) sind stolz auf den ersten Whisky aus Freiberg. In 147 Meter auf der ersten Sohle der Reichen Zeche in Freiberg reifte der „1. Sohle Single Malt Whisky“ drei Jahre und einen Tag. Foto: Matthias Hermann

Ein „Pflopp“ ist zu hören, als Prof. Michael Eßlinger, Geschäftsführer der Freiberger Whisky Manufaktur die erste Flasche Whisky öffnet. Dann erfüllt ein sanfter Duft den Raum. Ein Duft voller Frucht und Karamell. Er wird noch intensiver als der „1. Sohle Single Malt Whisky“ langsam in die Gläser fliest. Bernsteinfarben glänzt er und zieht sich ölig die Glaswand entlang. Der Duft ist intensiv und blumig. Dann erfüllt ein weicher wohliger Geschmack den Gaumen. Er rollt sich elegant über die Geschmacksknospen und lässt die Mundwinkel zu einem begeisterten Lächeln verziehen.
Es ist den Geschäftsführern der Freiberger Whisky Manufaktur Michael Eßlinger, Franz-Peter Kolmschlag und Knut Neumann anzumerken, dass sie stolz sind auf den ersten Whisky aus Freiberg. Ihrem Whisky aus den Tiefen des Freiberger Silberbergwerks. In 174 Metern Tiefe reifen die Fässer an einem geheimen Ort im Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“.
„Es war eine Bier- oder Schnappsidee 2014 als wir überlegten einen Whisky in Freiberg zu kreieren“, erinnert sich Michael Eßlinger. Die Idee nahm Form an. „Wir wollten aber nicht nur zum Spaß brennen, sondern es richtig angehen.“ Es fanden sich weitere Mitstreiter und so wurde kurz darauf die Freiberger Whisky Manufaktur gegründet. Schnell waren alle rechtlichen Grundlagen geschaffen, Markenamen geschützt und mit der Augustus Rex Erste Dresdner Spezialitätenbrennerei ein Qualitätsbrenner gefunden, der das Rezept für die Herstellung mit kreierte.
„Die Schotten nennen einen Whisky wie unseren Single Cask Whisky“, sagt der Michael Eßlinger. Dabei amüsieren sie sich nicht über das Getränk außerhalb Schottlands, sondern meinen damit, dass der Whisky handwerkliche Einzelabfüllung ist. „Da haben wir schon sehr geschwitzt“, erinnert sich Knut Neumann was handwerklich beim Freiberger Whisky bedeutet. Erst mussten die Whiskyfässer auseinander gebaut und in den Schacht gefahren werden. Hier wurden sie wieder zusammengesetzt.
Als das Destillat aus Dresden ankam, wurden die Transportfässer über den Förderkorb und dann mit der Grubenbahn transportiert. Mit Muskelkraft pumpten Neumann, Eßlinger und Kolmschlag das Destillat in die schon vorher nach unten gebrachten Reifefässer. „Das war richtig anstrengende Arbeit“, erinnert sich Neumann. „Als Michael Eßlinger sagte, er habe eine Pumpe, dachten wir an eine elektrische. Dass alles manuell funktionierte, hatte uns überrascht.“ Heute lacht Knut Neumann darüber und weiß den Whisky noch mehr zu schätzen. Denn mit Muskelkraft musste der Whisky nach über drei Jahren aus den Fässern abgefüllt werden. „Da hat das ganze Bergwerk nach Alkohol und Whisky gerochen“, ergänzt Franz-Peter Kolmschlag. Aber damit konnten sie gut leben. Denn das Ergebnis in der Flasche spricht für sich.
Der „1. Sohle Single Malt Whisky“ glänzt und funkelt in der Sonne wie einst das Silber, das Freiberg berühmt machte. Das dieser Whisky wieder für großes Aufsehen Freibergs sorgen wird, steht außer Frage. Dafür ist er ein vollendeter eleganter Genuss, bei dem kein Fass dem anderen gleicht und die Flaschen mit fortlaufenden Nummern markiert sind.

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