Unwetterlagen im Vogtland: Anzeichen des Klimawandels?

Foto: pixabay.com RPN

Schwere Unwetter, Keller unter Wasser, Verkehrsbehinderungen wegen Überschwemmung und die Feuerwehr im Dauereinsatz: Im Vogtland kam es wie schon im vergangenen Jahr wieder zu unwetterartigen Regenfällen und Stürmen. Im Mai waren insbesondere die Gebiete entlang der Weißen Elster im Süden von Oelsnitz betroffen. In der Talsperre Pirk stand das Wasser außergewöhnlich hoch und nach Stromausfällen wurden Turnhallen zu Notunterkünften umfunktioniert. Woher kommen diese Wetterlagen, die man sonst bloß von Auslandsnachrichten kennt? Und was bedeuten sie für das Wetter hierzulande?

Unwetterkatastrophen das zweite Jahr in Folge

So stellt man sich eigentlich nur amerikanische Großstädte während eines Hurrikans vor: Wasser überflutet Straßen und Gebäude, Bäume sind abgeknickt wie Streichhölzer. Stürme und Starkregen mit mancherorts 150 Litern pro Quadratmeter hatten bereits im vergangenen Jahr im Vogtland schwere Schäden angerichtet. Offensichtlich treten Unwetterereignisse dieser Art auch im Jahr 2019 gehäuft auf: Im Mai regnete es so stark, dass das abfließende Wasser die Kanalisation überforderte. Wetterexperten sind sich darin einig, dass das Vogtland ebenso wie die anderen Regionen Sachsens mittlerweile direkt die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommt.

Sachsen im Wetterextrem

Das Jahr 2018 war für das gesamte Bundesland ein Jahr der Wetterextreme. Im Erzgebirge hagelte es den ganzen Juni über, während der Wasserstand in der sächsischen Talsperre Eibenstock aufgrund der langen Trockenheit auf den tiefsten Pegel seit 30 Jahren sank; die Folgen waren unter anderem erhebliche Ernteeinbußen. Nach zwei Stürmen litten die sächsischen Wälder außerdem unter einem massiven Borkenkäfer-Befall, betroffen waren über 500.000 Kubikmeter Holz.

Meteorologen gehen davon aus, dass im Zuge des Klimawandels auch in den nächsten Jahren vermehrt mit Extremwetterlagen zu rechnen ist. Zwar bietet eine Hausratsversicherung zumindest einen finanziellen Ausgleich bei Schäden durch Blitz, Sturm oder Hagel. Dennoch sind viele Menschen verunsichert, da die meisten mit Unwettern in diesem Ausmaß keine Erfahrungen haben – sie wissen daher nicht, wie sie sich vor und nach Extremwetterlagen adäquat verhalten sollen. Obwohl Klimaschutzmaßnahmen dem Klimawandel entgegenwirken sollen, lässt sich der generelle Trend hin zu häufigeren Wetterextremen laut Experten nicht rückgängig machen. Umso wichtiger ist Aufklärung.

Klimaschutz gegen Extremwetterlagen

Die Erwärmung der Erdatmosphäre wird im Mittel steigende Temperaturen auf dem gesamten Globus zur Folge haben. Zukünftig sind deshalb zunehmend Extremwetterereignisse zu erwarten. Dazu zählen “Tropennächte” mit Temperaturen über 20 Grad Celsius und Winter mit deutlich weniger Frosttagen, sodass in dieser Jahreszeit öfter starke Regenfälle auftreten. Während im Winter infolge von andauerndem Starkregen Hochwasser droht, herrscht in den Sommermonaten aufgrund wochenlanger Regenpausen Dürre, die Bewässerung erforderlich macht. Angesichts dieser weitreichenden Folgen gewinnt der Nationale Energie- und Klimaplan (NECP) der Bundesregierung an Bedeutung. Sei es im Vogtland oder anderen Regionen Deutschlands: Klimaschutz beginnt im Kleinen und erfordert das Engagement jedes Einzelnen. Vergangene Unwetterlagen und langfristige Wetterprognosen unterstreichen dies eindringlich.

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