Verloren und wieder bekommen

Mario Richter, Leiter des Hohenstein-Ernstthaler Bürgerbüros und Sachbearbeiterin Birgit Becher mit einigen Fahrrädern, die im Fundbüro auf ihre Besitzer warten. Foto: Uwe Wolf

Mario Richter, Leiter des Hohenstein-Ernstthaler Bürgerbüros und Sachbearbeiterin Birgit Becher mit einigen Fahrrädern, die im Fundbüro auf ihre Besitzer warten. Foto: Uwe Wolf

Landkreis. Es ist ganz schnell passiert. Mal einen Moment unachtsam und schon hat man was verloren. Da bleibt das Handy liegen oder die Handytasche, der Regenschirm wird im Ständer vergessen, die Brieftasche rutscht aus der Tasche … Möglichkeiten, etwas zu vergessen gibt es viele. Froh ist dann jeder, wenn er das, was er liegengelassen hat, wieder findet beziehungsweise wieder bekommt.

Eine Möglichkeit dafür sind die Fundbüros, die es in fast jeder Stadt- oder Gemeindeverwaltung in unterschiedlicher Form gibt. Viele Finder nutzen die Fundbüros, um ihre Fundsachen abzugeben. „Wohnungs- und Autoschlüssel werden bei uns am meisten abgegeben“, so Mario Richter, Leiter des Hohenstein-Ernstthaler Bürgerbüros, in dem auch das Fundbüro angesiedelt ist. Ab und an sind es auch Handys oder Fahrräder, die zu uns gebracht werden“, meinte Richter. Erst kürzlich sei ein neues Kinderfahrrad gefunden worden, das nun im Fundbüro auf seinen Besitzer wartet.“

Abgegeben wurden auch schon kuriose Dinge. Zum Beispiel ein Wasserspeier und auch ein Gebiss fand schon den Weg in das Fundbüro. Selbst ein Hörgerät, ein Hometrainer, ein Etikettentacker und sogar ein Katzenklo gehörten schon zu den Fundgegenständen. Auch drei Leergutbons wurden schon im Fundbüro abgegeben.

„Etwa fünf Prozent von den Gegenständen findet wieder den Weg zu ihren Besitzern“, sagte Birgit Becher, Sachbearbeiterin im Bürgerbüro. „Es sind leider nur wenige, die hier im Fundbüro ihre verlorenen Gegenstände wieder finden.“ Zu den Fundstücken, die nicht mehr abgeholt wurden, zählte auch ein großer Koffer, der an der Autobahn gefunden wurde. „Er war voll mit hochwertiger Kleidung. Vermutlich hat der Fahrer ein Rad gewechselt und dabei erst den Kofferraum leer räumen müssen, um an das Ersatzrad zu kommen. Beim Einräumen wurde der Koffer dann vergessen. Das ist zumindest unsere Vermutung“, meinte Mario Richter. Für all jenes, wofür sich kein Besitzer mehr findet, gilt nach der Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten, es anderweitig zu verwenden.  Schlüssel werden aktenkundig vernichtet. „Die Fahrräder gehen nach Afrika. Dort werden sie wieder hergerichtet“, erklärte Mario Richter. „Wir haben es mal mit einer Versteigerung versucht. Aber das hat sich nicht gelohnt.“ Brillen werden nach Rumänien mitgegeben.

Im Meeraner Fundbüro im Bürgerbüro werden am häufigsten Schlüssel – einzelne Schlüssel, Schlüsselbunde und auch Autoschlüssel – als Fundstücke abgegeben, aber auch Schmuckstücke/Modeschmuck, Geldbörsen, Kleidungsstücke und Taschen. „Die Geldbörsen können in der Regel den Verlierern wieder übergeben beziehungsweise zugestellt werden, da sich hier meist Hinweise auf den Besitzer finden“, erklärte Heike Hönsch, Medienreferentin der Stadt Meerane auf Anfrage von WochenEndspiegel. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 108 Fundstücke im Fundbüro abgegeben, 42 wurden wieder abgeholt.

Gegenstände, die im Fundbüro im Bürgerbüro im Neuen Rathaus abgegeben werden, werden regelmäßig im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht und die Verlierer gemäß BGB aufgefordert, ihre Rechte im Bürgerbüro geltend zu machen.

Fundstücke, die nicht abgeholt werden, können nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist in einem Freiverkauf angeboten werden, sofern sie sich in einem entsprechendem Zustand befinden. Der bisher letzte Freiverkauf fand im Mai statt. uw

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