Vermisst und gefunden

Sachbearbeiterin des Fundbüros Chemnitz Karin Kießling vor dem, mit Fundsachen vollgefüllten Regal. Foto: Nicole Neubert

Sachbearbeiterin des Fundbüros Chemnitz Karin Kießling vor dem, mit Fundsachen vollgefüllten Regal.
Foto: Nicole Neubert

Chemnitz. „Oh nein, wo ist mein Schlüssel?“ Im  Eifer des Gefechtes geht man gedanklich alle Wege noch einmal ab, die man zuletzt zurückgelegt hat. Manch einer findet den vermissten Gegenstand bei der Suche und ist erleichtert. In manch anderen Fällen sucht man solang bis man es aus Verzweiflung aufgibt.  Die letzte Hoffnung, das Fundbüro.

Mit Sicherheit hat schon jeder einmal etwas vergessen oder verloren, sei es wie im Beispiel der Schlüssel, das Portemonnaie, die Handtasche, der Regenschirm oder den Zahnersatz? Ja richtig gehört auch ungewöhnliche Dinge werden im Fundbüro abgegeben. So kam es vor, dass ein Rollstuhl, ein Notstromaggregat, ein Ölradiator, ein Kinderwagen oder sogar eine Beinprothese bereits abgegeben wurden. Vielleicht ist es einfach nur eine neue Art der Entsorgung.

Neben den Exoten sind die Regale im Fundbüro Chemnitz mit Handschuhen, Schirmen, Schals und Mützen, Taschen, Beutel sowie Kleidungsstücken gefüllt. Im Monat werden zwischen 400 und 700 Fundsachen abgegeben.

Im Fundbüro Chemnitz sind die gefundenen Schlüssel geordnet aufgehangen. Suchende, so wie Sarah Schmiedel, können selber nachschauen ob ihr Schlüssel dabei ist. Foto: Nicole Neubert

Im Fundbüro Chemnitz sind die gefundenen Schlüssel geordnet aufgehangen. Suchende, so wie Sarah Schmiedel, können selber nachschauen ob ihr Schlüssel dabei ist. Foto: Nicole Neubert

Hat man etwas verloren, nachdem man auch sucht ist die Erleichterung sichtbar, wenn man das vermisste Stück wieder im eigenen Besitz hat. Dennoch werden laut Aussage des Fundbüros nur circa  ein Drittel der Fundsachen abgeholt, davon manche Fundsachen noch am Tag der Abgabe. Aber es kommt auch vor, dass Sachen nicht abgeholt werden, obwohl der Eigentümer sogar informiert wurde.

Warum die Chemnitzer und Chemnitzerinnen das tun, ist leider nicht erklärlich. Vielleicht ist es auch nur der Hektik im Alltag geschuldet. Gemäß §§ 965 und 966 des Bundesgesetzbuches werden Fundsachen sechs Monate verwahrt. Die  nicht abgeholten Fundsachen werden nach dieser Zeit aussortiert. Ein Teil wird für karitative Zwecke verwendet, versteigert oder vernichtet.

Die Fundsachen werden von Bürgern, der Polizei, der Ämter der Stadtverwaltung wie zum Beispiel das Schul- und Sportamt, der CVAG, City-Bahn oder von Einkaufszentren abgegeben. Wo und wann die Sachen gefunden werden, werden in einer Fundanzeige protokolliert.

Die Eigentümer müssen auf dem Fundbüro den Ort und Zeit des Verlustes sowie seine Beschreibung des verlorenen Gegenstandes angeben. Diese werden mit den Angaben in der Fundanzeige und der Fundsache selbst verglichen und geprüft.

Außerdem kann durch Vorlage von Individualnummern, wie die IMEI-Nr. des Handys oder doe Rahmennummer des Fahrrades das Eigentum an der Sache nachgeweisen werden. So haben die Leute, die versuchen fremde Fundstücke abzuholen, keine Chance.

Von Nicole Neubert

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