Versammlung nimmt kein friedliches Ende: Beamte angegriffen und verletzt

Während die Demo an sich friedlich blieb, kam es im Nachgang zu Auseinandersetzungen mit den Beamten. Foto: Harry Härtel

Chemnitz. Am gestrigen Sonntag gewährleistete die Polizeidirektion Chemnitz mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Sachsen durch etwa 180 Polizeibeamte die Durchführung eines Aufzuges unter dem Motto „Solidarität mit den Gefangenen-Gewerkschafterinnen der JVA Chemnitz!“. Der Aufzug setzte sich mit dutzenden Teilnehmern gegen 13.45 Uhr am Campus der Technischen Universität Chemnitz auf der Reichenhainer Straße in Bewegung und kam nach mehreren Zwischenkundgebungen an der Justizvollzugsanstalt Chemnitz gegen 16.30 Uhr nahezu störungsfrei am Campus wieder an.

Wenig später wurde die Versammlung für beendet erklärt und zur Teilnahme an einer Spontanversammlung unter dem Motto „Für Afrin“ im Chemnitzer Stadtzentrum aufgerufen. Während der Abreise der Teilnehmer kontrollierten Polizisten die Insassen eines Fahrzeuges in der Reichenhainer Straße, da einer von ihnen einen Nebeltopf gezündet hatte. Die Kontrolle wurde von insgesamt 41 Personen gestört, die auf dem Weg in Richtung Innenstadt waren. Die Gruppierung solidarisierte sich mit den Insassen des Fahrzeugs, umstellte die Polizisten.

Aus der Gruppe heraus griffen drei Personen die Beamten an, verletzten eine Polizistin (25) sowie einen Polizisten (22) leicht. Beim Zugriff der Beamten kam es zu weiteren Widerstandshandlungen. Letztlich konnten die Störer umstellt und die Lage somit beruhigt werden. Drei Personen wurden bis zum Abschluss der Spontanversammlung in Unterbindungsgewahrsam genommen. Diese Versammlung wurde gegen 18.20 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz am Hauptbahnhof Chemnitz beendet.

Gegen die 41 Personen wird nunmehr wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt. Zudem wurden gegen einen 19-Jährigen Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchte Körperverletzung gefertigt. Wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen des Verdachts der Körperverletzung wurden überdies gegen einen 22-Jährigen Ermittlungen eingeleitet.

Ein 28-Jähriger, der versucht hatte, mehrere Personen aus den polizeilichen Maßnahmen in der Reichenhainer Straße zu befreien, bekam eine Anzeige wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Im Zusammenhang mit der Spontanversammlung wurde letztlich noch gegen einen 30-Jährigen eine Anzeige wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Er hatte im Bereich Rathausstraße/Straße der Nationen den Hitlergruß in Richtung des Aufzuges gezeigt.

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