Erste virtuelle Studienmesse im Erzgebirge

In Vorbereitung zur virtuellen StudienmesseERZ wurde das BiZ der Annaberger Arbeitsagentur kurzerhand zum Dreh-Set umfunktionalisiert.
Foto: Simone Heinrich

Erzgebirge. Überfüllte Hörsäle, Vorlesungen mit vielen Menschen – das wird es in Corona-Zeiten nicht geben. Networking trotz Kontaktbeschränkungen ist das Ziel der ersten virtuellen StudienmesseERZ – virtualDay 2020 am 4. Juli, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr.

Die gemeinsame digitale Messeplattform der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz liefert Expertenvorträge auf der sogenannten WebStage. Dabei stellt auch die Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz ihre Studienberatung vor und wird zu verschiedenen Studienformen in Sachsen informieren. Zudem werben die eigenen Studenten für ein Studium bei der Bundesagentur für Arbeit in den zwei Bachelorstudiengängen Arbeitsmarktmanagement bzw. Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung. In kurzen PitchVideos stellen sich außerdem regionale Unternehmen, sächsische Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien vor. In LiveChats können Studenten von morgen direkt mit insgesamt 40 Vertretern der Studieneinrichtungen und Unternehmen in Kontakt treten und individuelle Fragen stellen.

Der Vorteil: Die teilweise weiten Anfahrtswege im Landkreis spielen bei diesem Format keine Rolle.

Im Vorfeld der außergewöhnlichen Veranstaltung, die in diesem Jahr mit dem traditionellen Hochschultag verknüpft wird, wurde das BiZ der Annaberger Arbeitsagentur zur Kulisse für Dreharbeiten von Videopitches und Vorträgen. Dabei standen Luise Müller und Kjell Ferrenberg, beides Studierende der Bundesagentur für Arbeit, sowie die akademischen Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz Andrea Henig und Jörg Lieberwirth als Protagonisten vor und teilweise auch hinter der Kamera. Um ein entsprechendes Ambiente zu schaffen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Luise Müller brachte beispielsweise ihre Wohnzimmerlampe mit und Kjell sorgte für die nötige technische Ausstattung.

Begleitet wurden sie während der Dreharbeiten von Simone Heinrich, Pressesprecherin der Annaberger Arbeitsagentur. Ihr Eindruck: „Die Stimmung während der Dreharbeiten war super. Die Pitches, eine Art Kurzporträt, waren bereits gegen Mittag im Kasten. Am Nachmittag wurde noch ein 20-minütiger Vortrag mit Jörg Lieberwirth zu den verschiedenen Studienrichtungen in Sachsen aufgenommen. Dieser wird am 4. Juli ebenso wie die Video-Pitches als Eintrittskarte in einen 1:1 Live Chat als Angebot für Studierende auf der Homepage www.studienmesseerz.de abrufbar sein. Abiturienten können sich ab dem 27. Juni auf der Website anmelden. Reinklicken lohnt sich auf jeden Fall.“

Und was sagen Beteiligte zur virtuellen StudienmesseERZ?

Jessica Rusch, Personalverantwortliche im Elldus Resort in Kurort Oberwiesenthal: Es ist für uns ein spannendes Projekt, weil eben ein komplett neuer Weg, eine Messe digital mitzumachen. Ich erwarte informative Gespräche in einer ungezwungenen Atmosphäre, nicht so steif wie manchmal auf einer echten Messe. In den letzten Wochen haben wir aber bereits unseren kompletten Bewerbungsprozess für Auszubildende online gestaltet, heißt, es gab Video-Chats und Fragebögen. Das hat super funktioniert, auch weil die Atmosphäre von Zuhause für die jungen Leute sehr locker, entspannt war. Wir werden das auch teils beibehalten, denn es erleichtert Wege vor allem für Jugendliche, die von weiter her sich bei uns bewerben.

 

Peter Schaarschmidt, Leiter Personalwesen & Analyse/Strategie bei der KSG GmbH in Gornsdorf: Wir haben nicht mit unserer Anmeldung gezögert und sind dankbar für diese Möglichkeit. Vielleicht können sogar künftig traditionelle Formate auch aufeinander aufbauen oder die Themen vertiefen. Wir brauchen Studenten und künftige Fach- und Führungskräfte. Und dennoch ist es paradoxerweise immer schwieriger in der heutigen Zeit eines Informationsüberangebots die jungen Leute zu erreichen. Für uns ist es neu, ein Pitch-Video selbst zu produzieren oder so ein Gespräch per Video-Chat zu machen – aber wir haben auf jeden Fall Spaß und Lust darauf, dieses neue Format auszuprobieren.

 

Stefanie Wäntig von der Firma Trockenbau Wäntig in Schneeberg: Wir beteiligen uns an der virtuellen Studienmesse, um potentielle Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und ihre Aufmerksamkeit auf unser Trockenbauunternehmen zu lenken. Wir geben einen Überblick über die Studienmöglichkeiten zum Diplombauingenieur (BA) oder zum Studiengang Baumanagement (BA).

 

Babara Tennert, Lehrerin am Bertolt-Brecht-Gymnasium in Schwarzenberg und Fachleiterin: Die Schüler sind an dieser Art Messe interessiert, einfach weil es auch zur Zeit keine anderen Angebote gibt. Und für die 10er und 11er Klassen ist es wichtig, sich beruflich zu informieren, zu schauen, was es in der Region an Chancen gibt. Die Flyer zur Messe gebe ich persönlich in den Klassen aus und erläutere das Konzept. Nur das Papier in der Schule auszulegen, reicht nicht aus, um die Jugend und letztlich auch die Eltern zu erreichen. Und sie sollten dabei sein, um gerade bei Themen wie Studienfinanzierung up to date zu sein.

 

Alle Infos zur virtuellen StudienmesseERZ – virtualDay 2020 finden sich unter www.studienmesseERZ.de im Internet.

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