VW Zwickau: „Es gab keine Kündigungen“

Da waren alle noch zufrieden: im Dezember 2015 wurde der fünfmillionste VW auf Hochglanz poliert. Abgasskandal und Probleme auf dem Markt machen dem Konzern aber zu schaffen. Die Folge: Nicht mehr so viele Leiharbeiter wie in den vergangenen Jahren werden fest übernommen. Foto: VW Sachsen

Da waren alle noch zufrieden: Im Dezember 2015 wurde der fünfmillionste VW auf Hochglanz poliert. Abgasskandal und Probleme auf dem Markt machen dem Konzern aber zu schaffen. Die Folge: Nicht mehr so viele Leiharbeiter wie in den vergangenen Jahren werden fest übernommen. Foto: VW Sachsen

Zwickau. Von 700 entlassenen Mitarbeitern bei VW in Zwickau war in anderen Medien die letzten Tage zu lesen. „Es gab keine Kündigungen“, betont Gunter Sandmann, Unternehmenssprecher bei VW in Zwickau, im Gespräch mit WochenENDspiegel. Richtig sei, dass fristgerecht ausgelaufene Verträge nicht verlängert wurden. „Dar war aber bereits im Dezember angekündigt“, versteht er die große Aufregung aktuell nicht ganz.“Die Mitarbeiter wussten alle, was auf sie zukommt.“ Dass sich einige natürlich trotzdem Hoffnungen gemacht hätten, versteht Sandmann. „Die Entscheidung ist uns auch wirklich nicht leicht gefallen.“

Von den rund 470 auf zwei Jahre befristeten Mitarbeitern habe man 160 ein Übernahmeangebot in die Stammbelegschaft gemacht, rund 160 hätten ein Angebot für einen Job bei Porsche gehabt. Von etwa 620 Leiharbeitnehmern seien bereits zum 31. März 130 Verträge ausgelaufen. Der Rest sei nun zum 30. Juni fristgerecht ausgelaufen. „Der Prozess war unausweichlich“, bedauert Gunter Sandmann. In der Vergangenheit hatte VW oft zunächst als Leiharbeitnehmer beschäftigte Frauen und Männer später fest angestellt. „Aber wir hatten dieses Mal einfach nicht die Möglichkeit, allen eine Übernahme anzubieten.“

Die Gründe dafür sind vielfältig.  Zum einen fällt die Phaeton-Fertigung weg, was sich unmittelbar auf Dresden und Zwickau auswirkt. Und auch der Abgas-Skandal tut sein übriges dazu. Verunsicherte Verbraucher, Milliarden-Strafen lassen den Volkswagen-Konzern nicht kalt. „Aber es wäre völlig falsch, es nur darauf zu schieben“, betont Sandmann.

VW Sachsen beschäftigt in Sachsen rund 10.000 Menschen, davon 7800 in Zwickau. Rund 1.300 Autos werden in der Muldestadt täglich gebaut. Zu den Modellen gehören der Golf und Golf Variant und Passat.

Facebook