Warum Chemnitzer Tanzschulen jetzt im gleichen Takt tanzen

Vertreter von vier Tanzschulen aus Chemnitz forderten auf Neumarkt, ihre Bildungseinrichtungenwieder öffnen zu dürfen. Foto: Judith Hauße

Vorerst ausgetanzt hat es sich für die Chemnitzer Tanzschulen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer Verbands (ADTV). Seit den 17. März ruht der Tanzschulbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie. Doch tatenlos zusehen wollen die betroffenen Tanzschulen auch nicht. Die Krise führte sie nun alle zusammen. Am Donnerstag versammelten sich die Chefs als Vertreter der Tanzschule Emmerling, Köhler-Schimmel, Tanzstudio Chemnitz und Passion Life auf dem Chemnitzer Neumarkt.

Ein wohl doch sehr seltenes Bild und nicht ganz ohne Grund: Sie alle wollen die Politik daran erinnern: „Wir leiden auch unter der Corona-Krise obwohl wir eigentlich unter eingeschränkten Bedingungen weitermachen könnten“, so Kay Gottwaldt von Passion Life. „Und wenn wir erst einmal nur eine kleine Anzahl an Kursteilnehmer betreuen, dann ist das auch in Ordnung.“

Jede der Tanzschulen habe sich auf die Schutzvorkehrungen vorbereitet. Schließlich seien die Maßnahmen viel besser umsetzbar als in so manch einem Laden. „Der Haupteingang wird als Eingangsbereich. Als Ausgang dient der Notausgang. Die Teilnehmer des neuen Kurses kommen da nicht mit denen des vorherigen Kurs in Kontakt“, erklärt Tilo Kühl-Schimmel, Inhaber der Tanzschule Köhler-Schimmel. Außerdem seien die Säle groß genug, um den vorgschriebenen Abstand zu halten. „Diese können auch mit Markierungen in zwei Meter Abständen versehen werden, wodurch wir eine Maximalanzahl der Teilnehmenden gewährleiten könnten „, so Kühl-Schimmel. Auch Angehörige und Zuschauer hätten keinen Zutritt, Desinfektionsmittel stünden ausreichend zur Verfügung und der Toilettengang erfolge einzeln.

Zudem gebe es immer noch den Irrglauben, Tanzschulen haben hunderte Kursteilnehmer gleichzeitig, die eng nebeneinander und abwechselnd miteinander tanzen, wie Mirko Dreischarf, Chef der Tanzschule Emmerling sagt. „Das ist natürlich Quatsch. Oft sind es einzelne Erwachsene und Jugendliche oder Paare, die sowieso zusammenleben und sich berühren dürfen.“

Auch Kay Gottwaldt erinnert daran: „Wir sind keine reinen Spaßanbieter, wir sind eine Ausbildungsstätte.“

Doch der normale Betrieb ist seit einem Monat tabu. Betroffen sind mehr als 40 Tanzlehrer sowie Personal und bis zu 10.000 Kursteilnehmer, die derzeit nicht ihren Beruf bzw. ihre Freizeitbeschäftigung nachgehen können. Zwar haben die Tanzschulen auf Online-Kurse umgestellt. Aber nur teilweise und mit einem Haken, wie Tom Scharf vom Tanzstudio Chemnitz erklärt. „Uns fehlen dennoch Einnahmen. Und es gibt weiterhin laufende Kosten, wie Miete die jeden Monat bezahlt werden müssen.“

 

 

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