Was kommt nach Trump auf uns zu?

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Was heißt Trump für unsere Firmen?

Erzgebirge. Die Wahl von Donald Trump sorgt für Aufregung. Viel Firmen in Südwestsachsen und dem Erzgebirge pflegen enge Handelsbeziehungen mit den USA. Die Exporte bezifferten sich im Jahr 2015 auf 4,6 Milliarden Euro. Waren im Wert von 963 Millionen Euro wurden importiert.
Nach der Ankündigung des neuen Präsidenten, den Export zu beschränken, macht sich Verunsicherung breit.

Dem WochenSpiegel Erzgebirge sagte Hans Joachim Wunderlich, der Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz: “Donald Trump hat in seinem Wahlkampf viele mehr oder weniger präzise und deshalb viele mehr oder weniger belastbare Aussagen gemacht. Keiner weiß derzeit, was in der kommenden Zeit davon tatsächlich umgesetzt wird und wie sein Wirtschaftsprogramm dann letztendlich aussieht. Auf jeden Fall ist die Verunsicherung bei unseren Unternehmen sehr groß, zumal auch im Freistaat Sachsen die Vereinigten Staaten von Amerika immerhin der zweit wichtigste Exportpartner sind. Betroffen sind alle Bereiche der Industrie, insbesondere der Kraftfahrzeugbau und der Maschinenbau.
Wir hoffen nun, dass die wesentlichen Säulen der internationalen Zusammenarbeit von der neuen US-Regierung nicht aufs Spiel gesetzt werden. Ebenso warnen wir vor übereilten Reaktionen und unnötigen Aufgeregtheiten. Wir sollten jetzt schauen, wie das endgültige Wirtschaftsprogramm der US-Regierung aussieht und durch welche Personen es dann vertreten wird.”

Wie unsere Landtagspolitiker die Situation nach der Trump-Wahl einschätzen, lesen Sie hier.

Volkmar Zschocke (DIE GRÜNEN):

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“Das Ergebnis dieser Wahl sollten wir als Herausforderung annehmen. Die Wahlkampagne von Donald Trump hat auf Spaltung der Gesellschaft, auf Frauenfeindlichkeit und auf die Unzufriedenheit weißer Männer gesetzt. Ressentiments und Vorurteile wurden verstärkt. Wir kennen das aus Europa und Sachsen. Differenzierte Diskussionen und Kompromisse werden schwieriger, Parolen und Populismus haben Konjunktur. Es ist eine gemeinsame Verpflichtung der Bürgerinnen und Bürger, notwendige politische Diskussionen auch in unserer Region mit gegenseitigem Respekt zu führen.
Wenn sich die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump aus der internationalen Zusammenarbeit zurückziehen und wirksame Vereinbarungen zum Klimaschutz sabotieren, erwächst eine stärkere Verantwortung für die deutsche und europäische Politik, mit dem Klimaschutz Ernst zu machen.”

Klaus Tischendorf (DIE LINKE):

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“Donald Trump ist gewählt. Er muss beweisen, ob er die großen Hausforderungen der stärksten Wirtschaftsmacht meistern kann. Mit seinen populistischen Parolen muss wird dies nicht schaffen. Es wird sich in Verantwortung sehr schnell zeigen, dass seine teilweise menschenverachtenden Wahlkampfparolen keines der Probleme löst. Weder in Amerika, noch in der Welt. Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an dass durch Europa ein Ruck geht. Die EU muss endlich ihre innere Zerissenheit überwinden und für den Erhalt unsere demokratischen Grundrechte gemeinsam handeln. Deshalb müssen wir demokratisch gewählten Abgeordnete im Erzgebirge vorleben, dass wir die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger in die Parlamente tragen. Dabei darf es aber nicht bleiben. Jeder in politischer Verantwortung darf nicht nur ansprechen, was nicht geht, sondern er muss auch Lösungsvorschläge aufzeigen. Das vermissen die Menschen oftmals.”

Carsten Hütter (AfD):

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„Die Wahl von Trump wird für das Erzgebirge eher positive als negative Auswirkungen haben. Vorausgesetzt, er hält seine Wahlkampf-Versprechen. Sollte nämlich, wie versprochen, TTIP gekippt werden, bleiben die erzgebirgischen Regionalprodukte, wie Schnitzkultur und kulinarische Spezialitäten vor Überflutungen von Billig-Kopien aus Übersee geschützt. Zudem hat Trump angekündigt, das Verhältnis zu Russland zu entkrampfen, was zu einem Wegfall der Sanktionen führen und den betroffenen Export-Firmen die weggebrochenen Märkte öffnen könnte.“

Alexander Krauß (CDU):

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” Lediglich ein Drittel der amerikanischen Wähler fand Hillary Clinton oder Donald Trump vertrauenswürdig. Die Amerikaner haben also das aus ihrer Sicht kleinste Übel gewählt. Große Sorgen müssen wir uns nicht machen. Ich glaube nicht, dass es zu großen Veränderungen in der Außen- und Wirtschaftspolitik kommen wird. Vom freien Welthandel profitieren wir Deutschen zwar besonders stark, aber eben auch die USA. Im Gegensatz zu Clinton möchte Trump weniger Auslandseinsätze des Militärs. Das finde ich gut, weil die USA mit ihrer bisherigen Außenpolitik viel Porzellan zerschlagen haben.”

Simone Lang (SPD):

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“Welche Auswirkungen die Wahl von Donald Trump auf die Region Erzgebirge haben wird, ist noch nicht absehbar. Fest steht, dass er demokratisch gewählt wurde, auch wenn ich als SPD-Politikerin vieles von dem, was er im Wahlkampf sagte, ablehne.
Die USA zählen bislang zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Aus der Bundesrepublik wurden 2015 Waren im Wert von knapp 114 Milliarden Euro nach Amerika exportiert – darunter Fahrzeuge, Maschinen Chemieprodukte und Elektrotechnik. Daran hängen sicherlich auch einige Arbeitsplätze im Erzgebirge. Also sollten wir alles daran setzen, dass keine negativen Auswirkungen entstehen und die gute Zusammenarbeit zwischen Firmen in Übersee und in Sachsen gewährleistet wird. Im Prinzip geht es doch nicht darum, wer Präsident der Vereinigten Staaten ist, sondern dass wir hier Politik machen, mit der es den Menschen besser geht.”

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