Wegen Niedrigwasser: Grundmauern der Gemeinde Pöhl werden wieder sichtbar

Blick auf die Schlosshalbinsel – zu sehen eine Grundmauer, im Hintergrund eine weitere (siehe auch folgende Bilder). Fotos: Daniel Unger

Pöhl/Talsperre. Um 3,15 Meter ist der Wasserstand in der Talsperre Pöhl gesunken (Messwert 19.08.18 19:00 Uhr – Quelle Talsperrenmeldezentrale). Von der alten Gemeinde Pöhl bekommt man nun die ersten Grundmauern zu sehen. Auch Felsen und Baumstämme ragen aus dem Wasser, welche sonst nicht sichtbar sind. Einen Vorteil gibt es ja: die Strandfläche hat sich bei diesen heißen Sommertagen enorm vergrößert.

Aber interessanter sind die Grundmauern. Vor der Schlosshalbinsel sieht man die Grundmauern der Nebengebäude vom Schloss der Gemeinde Pöhl. Diese waren direkt vor dem Schlosspark. Eine Karte zeigt den eigentlichen Verlauf der Wassergrenze und was wo unter dem Wasser zu finden ist.

Rot eingezeichnet ist der jetzige Wasserstand der Talsperre Pöhl am Ufer. Immer wieder hört man, dass bei Niedrigwasser der Kirchturm zu sehen sein soll. Interessant ist hierbei der vorletzte Eintrag in die Chronik der Gemeinde Pöhl:

1961: Am 24. März – fast auf den Tag genau 300 Jahre nach ihrer Widerweihe nach dem Dreißigjährigen Krieg – fiel die Pöhlaer Kirche einer Brandstiftung durch Kinder zum Opfer.

Dies war der vorletzte Eintrag in die Chronik der Gemeinde Pöhl. Nur wenige Monate später liest man:

Mit dem 1. August 1961 hört auf Beschluss des Ministerrates der DDR die politische Gemeinde Pöhl auf zu bestehen.

Der Revierförster a.D. Walter Klug widmete ein Gedicht den Pöhlaer Einwohnern, die – so wie er auch – ihr Heimatdorf wegen des Baus der Talsperre verlassen mussten. Ein Auszug des letzten Absatzes:

So lebt dann wohl, Ihr lieben Pöhlaer alle. Lasst Euch zum Abschied einen Strauß heut schenken, er soll verkünden Euch zu jeder Stund: Der Pöhlaer Wald wird immer an Euch denken.

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