Welche Farbe hat ein Japaner?

Malermeister Thomas Süß aus Bad Schlema gewann auf der Bundeskaninchenschau in Leipzig mit seinen japanerfarbigen Zwergwiddern den Titel “Deutscher Meister”.
Foto: Jana Hecker

Kaninchen, Deutscher Meister, Japaner und CR7

Von Sven Günther
Bad Schlema/Leipzig. Der Laie stutzt – und selbst der Fachmann ist zunächst ratlos.

Jana Hecker, die Pressesprecherin der Stadt Aue meldete in die Redaktionen: “Zuchtfreund Thomas Süß aus dem Kleingarten- und Rassekaninchenzuchtverein „Auer Tal“ e.V. konnte am Wochenende (16./17.12.2017) zur Bundesschau in Leipzig mit seinen japanerfarbigen Zwergwiddern den Titel Deutscher Meister erringen.”

…mit seinen japanerfarbigen Zwergwiddern? Japanerfarbig? Zwergwidder, die die Farbe von Japanern haben? Welche Farbe haben Japaner? Die ganzen Kaninchen-Kumpel von Rassisten unterwandert? Das Karnickel am Ende…GELB????

Man muss Experten bemühen, will man die Namensgebung klären. Fachmänner wie Wolfgang Elias. Der lebt in Zierenberg bei Kassel, ist Referenten für Öffentlichkeitsarbeit des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter und weiß: “Die Bezeichnung ‘japanerfarbig’ bedeutet, dass die Tiere eine gut abgegrenzte gelb-schwarze Fellfarbe haben. Allerdings hat das mit Menschen nichts zu tun. Der Name geht auf die Kaninchenrasse ‘Großer Japaner’ zurück, für die eine solche Färbung charakteristisch ist.”

Züchter Thomas Süß ergänzt: “Die Rasse wurde erstmals 1890 in Paris vorgestellt. Sie kam auch nicht aus Asien, war aber durch die Färbung so auffällig, dass man ihr den damals exotischen Namen.”

Zurück ins Hier und Jetzt, und weiter mit den exotischen Namen. Die japanerfarbigen Deutschen-Meister-Zwergwidder heißen nicht Mümmel, Hasi, Schnurz, Bunny, Schnuffi oder Schlappi. Züchter Süß: “Ich hatte acht Tiere vorgestellt, vier kamen in die Wertung. Und zwar die Rammler S9 3710, S9 271 und S9 3713 sowie Häsin S9 376. Dabei steht S9 für den Verein, die erste Ziffer für den Geburtsmonat, die zweite für das Jahr. Dann folgen fortlaufende Nummern. Mit meinen Tieren habe ich gegen 78 Konkurrenten die deutsche Meisterschaft gewonnen.”
Ein spezielles Training oder besondere Schönheitspflege gab es nicht: “Normales Futter und vor dem Wettkampf ein kurzes Bürsten”, erklärt Süß. “Das genügt, damit meine Kaninchen wettkampfbereit sind”. CR7 hat es deutlich schwerer…

Hintergrund:
Knapp 11.000 Besucher kamen zur Bundeskaninchenschau nach Leipzig, bei der auch das Thema “China-Seuche” (https://www.wochenendspiegel.de/china-seuche-killt-wieder-kaninchen/) eine Rolle spielte. Thomas Süß: “Wir sind zum Glück verschont geblieben. Es ist wichtig, die Tiere zu impfen, wobei ich mir da mehr Hilfe und finanzielle Unterstützung von Staat erhoffen würde.”

Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt eröffnete die 33. Bundes-Kaninchenschau, sagte: “Für die Bundeskaninchenschau habe ich sehr gern die Schirmherrschaft übernommen. Die Kleintierzucht hat in Sachsen eine lange Tradition, nicht nur mit dem ersten deutschen Rassegeflügelzuchtverein, der im Jahr 1852 in Görlitz entstand, sondern auch dem ersten Kaninchenzüchterverein, der im Jahr 1880 in Chemnitz ins Leben gerufen wurde“, so der Minister. „Auch heute ist Sachsen noch eine Hochburg der Kaninchenzucht. Rund 7 500 Züchter arbeiten in 461 Vereinen. Sie präsentieren ihre Ergebnisse jährlich in 450 Ausstellungen und leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt im ländlichen Raum. Sie bieten damit generationenübergreifend Kindern sowie Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“.

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