Welterbe Göltzschtalbrücke?

Vor dem Staatsministerium für Regionalentwicklung nahm der zuständige Referatsleiter Ulrich Schreiber die Bewerbung von Oberbürgermeister Raphael Kürzinger entgegen. Foto: Stadt Reichenbach

60-Seiten-Laudatio für den Welterbe-Titel

Reichenbach/V. Viele gute Wünsche begleiteten Oberbürgermeister Raphael Kürzinger, als er die Bewerbung der Göltzschtalbrücke zur Aufnahme auf die UNESCO-Welterbeliste am 30. April 2021 im Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung in Dresden abgegeben hat.
Die Göltzschtalbrücke ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt und gilt als Wahrzeichen des Vogtlandes. Das 78 Meter hohe Viadukt mit insgesamt 98 Bögen, errichtet von 1846 bis 1851, gehört zu den ältesten Zeugen der Eisenbahngeschichte in Deutschland. Sie überspannt zweigleisig auf der Bahnstrecke Leipzig-Hof das Tal der Göltzsch zwischen den Orten Reichenbach im Vogtland (Ortsteil Mylau) und Netzschkau.
In seiner Sitzung am 6. Juli 2020 hat der Reichenbacher Stadtrat den Beschluss gefasst, dass sich die Stadt Reichenbach auf den langen Weg der Welterbebewerbung für die Göltzschtalbrücke begeben und eine Bewerbung für die Aufnahme der Brücke auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO erarbeiten wird.

Mit der Erarbeitung wurde das Büro für Industriearchäologie Rolf Höhmann aus Darmstadt beauftragt. Das Auftragsvolumen: 41.475 Euro. Alle 22 anwesenden Ratsmitglieder stimmten mit JA.

Die Götzschtalbrücke ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt und wurde von 1846 bis 1851 beim Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Nürnberg über Altenburg-Reichenbach-Plauen-Hof errichtet. Foto: pixabay.com

Mit der Bewerbungserarbeitung begann ein spannender Prozess, der von Beginn an von der Öffentlichkeit begleitet wurde. Zwischenzeitlich wurde überlegt, die Elstertalbrücke mit in die Bewerbung einzubeziehen. In einem intensiven, fachlichen Diskurs wurde herausgearbeitet, dass die Bewerbung allein die Göltzschtalbrücke zum Inhalt hat. Bei dieser wurden für den Bau notwendige technische Innovationen entwickelt, die dann auch beim Bau der Elstertalbrücke Anwendung fanden.

Beispielsweise wurde aufgrund von Gründungsproblemen beim Bau der Göltzschtalbrücke der 30 Meter breite Mittelbogen erdacht, der dann beim Bau der Elstertalbrücke prominent zur Anwendung kam. Die Bewerbung umfasst rund 60 Seiten. Sie besteht aus einem textlichen Teil, Fotos, Karten, einer vergleichenden Analyse sowie 18 Unterstützungsschreiben aus Politik, Institutionen, Kultur und Wirtschaft.

Wird die Göltzschtalbrücke vielleicht einmal in einer Reihe mit der Chinesischen Mauer oder dem Kölner Dom genannt werden?

Raphael Kürzinger: „Bis dahin ist es ein langer Weg. Allein in Sachsen muss sich die Göltzschtalbrücke bereits gegen mehrere Mitbewerber behaupten. Zwei werden vom Freistaat ausgewählt und an die Kultusministerkonferenz auf Bundesebene empfohlen. Diese muss dann entscheiden, welches Kulturerbegut für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt weitergereicht wird. Ich hoffe natürlich, dass die Göltzschtalbrücke als historisches Wahrzeichen exzellenter Ingenieurbaukunst das Rennen macht.“ red

Die Inhaberin der Buchbinderei Weith in Zwickau, Kathrin Kobarg-Weith, übergibt Raphael Kürzinger die gebundenen Bewerbungsexemplare. Foto: Stadt Reichenbach

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