Wenn der Postbote nicht mehr klingelt…

Nach einer Untersuchung der BARMER sind Briefträger, Paketzusteller und Kurierfahrer überdurchschnittlich oft und lange krankgeschrieben. Foto: pixabay.com

Paketzusteller und Postboten besonders oft krank

Region. Gott sei Dank ist der größte Stress vorbei. Briefträger, Paketzusteller und Kurierfahrer können durchatmen – und sich auf den Transport tausender und abertausender Retouren vorbereiten. Laut BARMER wechseln in Deutschland um den Jahreswechsel 300 Millionen Pakete den Besitzer – und immer öfter kommt es vor, das der Postbote nicht mehr klingelt. Der Grund: Er ist krank.

Eine Auswertung der BARMER belegt, das die Transporteure überdurchschnittlich häufig und lange krankgeschrieben sind. Pressesprecherin Claudia Szymula: „Auf Mitarbeiter von Post- und Zustelldiensten entfielen im vergangenen Jahr 34,6 Krankheitstage pro Person. Zum Vergleich: Erwerbstätige aller Branchen haben sich im Jahr 2018 durchschnittlich rund 18,3 Tage arbeitsunfähig gemeldet.“
BARMER-Landeschef Dr. Fabian Magerl kennt die Gründe, sagt: „Zeitdruck, Stress im Straßenverkehr und wechselnde Witterungsbedingungen können Post- und Paketzusteller besonders anfällig für Erkrankungen machen.“

Von 1.000 Zustellern fehlen täglich 95 im Job

Über 45 Prozent aller Ausfälle in dieser Berufsbranche lassen sich auf Rückenschmerzen und psychischen Erkrankungen zurückführen. Der Krankenstand der Zusteller liegt bei 9,5 Prozent, das heißt von 1.000 Beschäftigten fehlten im Jahr 2018 täglich 95 krankheitsbedingt im Job (Durchschnitt aller Berufsbranchen: 5 Prozent). Am gesündesten sind laut dem BARMER-Gesundheitsreport Softwareentwickler. In dieser Branche fehlten von 1.000 Beschäftigten täglich nur 20. Jeder Beschäftigte kam hier nur auf 7,7 Krankheitstage, der Krankenstand lag bei zwei Prozent.

Einfach mal ein Dankeschön und öfter einen Einkaufsbummel

Mehr als ein Drittel aller Fehltage der Zusteller wurden im Vorjahr in den Monaten Januar, Februar und Dezember verzeichnet. Das zeigt, dass die Paketfahrer gerade in der Zeit vor und nach Weihnachten stark belastet sind. Als guten Vorsatz für das kommende Jahr empfiehlt Magerl öfter mal wieder einen Einkaufsbummel zu machen. Das sorge für Bewegung und entlaste die Berufsbranche der Post- und Zustelldienste. Und ein nettes Dankeschön sollte für den Postboten auch jeder übrig haben.

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